Solidarität mit Wixártari – CNI/EZLN

Solidaritätserklärung des Nationalen Indígena Kongress und der EZLN mit den Wixártari, vom 27. Mai 2017.

Solidarität und Unterstützung für den Pueblo hermano (1) Wixárika

An den Pueblo Wixárika

An die Völker der Welt

Versammelt in der konstituierenden Vollversammlung des Indigenen Rates für Mexiko (2), im CICECI-UNITIERRA, Chiapas, sagen wir – indigene Pueblos, naciones, tribus (3), die wir den Congreso Nacional Indígena und den Ejército Zapatista de Liberación Nacional bilden – dem Pueblo Wixárika, dass wir zusammen sind und ihr Schmerz und ihre Wut auch die unseren sind, dass der Weg ihres historischen Kampfes Teil der Hoffnung ist, die wir als Land und als Welt haben.

Wir lehnen ab und verurteilen den feigen Mord an den Compañeros Miguel Vázquez Torres und Agustín Vázquez Torres aus der Wixárika-Gemeinde Waut+a- San Sebastián Teponahuaxtlán, im Bundesstaat Jalisco – begangen am 20. Mai diesen Jahres durch Auftragsmörder der organisierten Kriminalität. Diese könnte nicht existieren ohne die vollkommene Komplizenschaft der schlechten Regierungen auf allen ihren Ebenen, denn der Reichtum des Wixárika-Land wird begehrt von den Mächtigen des Kapitals, das keine Grenzen kennt und seine narco(4)-paramilitärischen Gruppen benutzt, um zu versuchen, eine derart exemplarische Organisierung wie sie die Wixaritari haben, zu demontieren.

Wir wissen, dass sie das niemals erreichen werden; sie haben es nicht geschafft und werden es niemals schaffen, weil das Gewebe, das die Pueblos originarios (5) am Leben erhält, auch die Hoffnung stützt, die wir – zusammen – am Aufbauen sind. Damit eine neue Welt erwächst aus dem Widerstand, der Rebellion und der Entschlossenheit weiterhin zu existieren. Weiterlesen

„Llegó la Hora“ – Indigener Regierungrat

Kommuniqué des Consejo Indígena de Gobierno (CIG, Indigener Regierungsrat) für Mexiko vom 28. Mai 2017, CIDECI-UniTierra, San Christóbal de Las Casas, Chiapas.

DIE STUNDE WAR GEKOMMEN.

An das Volk Mexikos.

An die Völker der Welt.

An die Kommunikationsmedien.

An die Sexta Nacional und Internacional.

Aus der konstituierenden Versammlung des Indigenen Regierungsrates (1), wo wir uns als Pueblos, Comunidades, tribus und naciones (2) des Congreso Nacional Indígena zusammen gefunden haben – als Apache, Amuzgo, Chatino, Chichimeca, Chinanteco, Chol, Chontal de Oaxaca, Chontal de Tabasco, Coca, Cuicateco, Meztizo, Hñähñü, Ñathö, Ñuhhü, Ikoots, Kumiai, Lakota, Mam, Matlazinca, Maya, Mayo, Mazahua, Mazateco, Me`phaa, Mixe, Mixe-Popoluca, Mixteco, Mochó, Nahua oder Mexicano, Nayeri, Popoluca, Purépecha, Q‘ anjob‘ al, Rarámuri, Tének, Tepehua, Tlahuica, Tohono Odham, Tojolabal, Totonaco, Triqui, Tseltal, Tsotsil, Wixárika, Xi‘ iuy, Yaqui, Binniza, Zoque, Akimel O‘ otham, Comkaac – sagen wir der Welt unser dringliches Wort.

DER KRIEG, DEN WIR LEBEN UND DEM WIR UNS ENTGEGENSTELLEN
Wegen der Zuspitzung des kapitalistischen Krieges im gesamten Land gegen jede und jeden befinden wir uns in einem ernsten Moment der Gewalt, der Angst, Trauer und Wut. Wir sehen den Mord an Frauen – weil sie Frauen sind, an Kindern – weil sie Kinder sind;,an Pueblos – weil sie Pueblos sind.

Die politische Klasse beharrte darauf, aus dem Staat ein Unternehmen zu machen, welches das Land, das den Pueblos originarios (3), den bäuerlichen und städtischen Leuten gehört, verkauft, welches die Leute verkauft als wären sie eine Ware, die man als Rohstoff der Drogenkartelle tötet und vergräbt – um sie an die kapitalistischen Unternehmen zu verkaufen, die sie ausbeuten bis sie krank werden oder sterben, um sie in Stücken für den illegalen Organhandel zu verkaufen.

Der Schmerz der Familienangehörigen der Verschwunden gemachten und ihre Entscheidung sie wieder zu finden – trotz dem hartnäckigen Bemühen der Regierungen, diese nicht finden zu lassen – nun, mit ihnen wird auch die Verwesung sichtbar werden, die dieses Land regiert. Weiterlesen

Abschlussworte zur Kritischen Reflexion „Die Mauern des Kapitals, die Risse der Linken“

Redebeitrag des Subcomandante Insurgente Moisés im Rahmen des Seminars ´Die Mauern des Kapitals, die Risse der Linken`, 12.-15. April 2017, CIDECI-Unitierra, San Cristóbal de Las Casas, Chiapas.

ABSCHLUSSWORTE DES SEMINARS ZUR KRITISCHEN REFLEXION „DIE MAUERN DES KAPITAL, DIE RISSE DER LINKEN“

Worte von Suncomandante Insurgente Moisés, Freitag 15. April 2017

Guten Abend.

Danke compañeras und compañeros aus Mexiko und der Welt.

Danke Schwestern und Brüder aus Mexiko und der Welt.

Danke sage ich Ihnen, weil sie große Anstrengung unternommen haben uns zu zuhören in diesen Tagen und hier her zu kommen und wieder zurück zu kehren. Das ist nicht einfach irgendeine Sache.

Wir, die Redner*innen, haben viel gesagt, es liegt an Ihnen auszusieben, was Ihnen nützt, um sich zu organisieren, zu arbeiten und zu kämpfen, dort, wo Sie wohnen.

Wir möchten Ihnen gegenüber nur betonen, dass der Kapitalismus die Welt in seine Fincas [dt. Großgrundbesitz] verwandeln wird.

Das bedeutet, dass wir, die Armen dieser Welt, uns organisieren, kämpfen und arbeiten müssen.

Wir haben schon gesehen, wir haben schon verstanden und haben bereits gesagt, so viele Male, was der Kapitalismus mit uns macht, in unseren Dörfern, wo jede*r wohnt, bzw. in dem Land, in dem wir leben, bzw. auf dem Kontinent, wo wir sind.

Heute haben wir entdeckt, was der Kapitalismus verborgen hielt, darüber, was mit uns geschehen wird, und wir entdeckten sogar den Namen dafür – sie wissen bereits, wie sie es nennen werden und sagen „die Welt ist meine Finca“ und in ihr habe ich und werde ich meine Sklaven haben.

Das sagt uns, dass wir arme Menschen darüber nachdenken sollten, wie wir uns organisieren, arbeiten und kämpfen, als Behüter*innen der Welt, die wir sind und „Nein“ zum Kapitalismus sagen.
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¡Zapatismo Actuál! – Veranstaltungen in Bremen & Kassel

Die Rebellion der Zapatistischen Befreiungsbewegung in Chiapas/Mexiko

Info- und Diskussionsveranstaltung zu den neuesten Entwicklungen in Chiapas und Mexiko mit Luz Kerkeling von der Gruppe B.A.S.T.A. Münster.

 

Termin Bremen

Wann: Dienstag, 16. Mai 2017, 19.30 Uhr
Ort: Paradox, Bernhardstr. 12, 28203 Bremen

 

 

 

 

 

Termin Kassel

Wann: Freitag, 19. Mai 2017, 20 Uhr
Wo: Café DesAsta, Arnold-Bode-Straße 6, Kassel

Veranstaltung Black Friday der FDA-IFA, mit einer ehemaligen Menschenrechtsbeobachterin und Luz Kerkeling für B.A.S.T.A. Münster

 

 

Es ist nicht notwendig, die Welt zu erobern, es reicht, sie neu zu erschaffen. Heute. Durch uns.“

1994 erkämpften sich die Zapatist@s, eine Bevölkerungsgruppe im südmexikanischen Bundesland, ihre Ländereien zurück, die ihnen zuvor u.a. durch das NAFTA-Abkommen zwischen Mexiko, USA und Kanada genommen worden sind. Seitdem haben die Zapatist@s eine basisdemokratische Struktur aufgebaut, in der sie fernab vom Staat ihr Leben organisieren. Sie haben autonome Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen, Wohnräume und Arbeitsmöglichkeiten errichtet.
Weiterhin werden die Zapatist@s von den staatlichen Behörden nicht akzeptiert und werden von paramilitärischen Gruppen angegriffen. Dennoch gibt es weltweit Menschen,die mit den Zapatist@s solidarisch sind.

Darüber hinaus mithilfe der Menschenrechtsbeobachtung bei den Zapatist@s die Zahl der paramilitärischen Angriffe verringert werden. Eine ehemalige Menschenrechtsbeobachterin stellt zu Beginn der Veranstaltung kurz ihre Eindrücke dar.
Nach dieser kurzen Einführung stellt Luz Kerkeling die aktuellen Ereignissen bei den Indigenen und Zapatist@s vor. Es geht um die emanzipatorischen Autonomieprozesse und die Frage, welche Schwierigkeiten und Fortschritte es diesbezüglich gibt. Des Weiteren geht er der Frage nach, welche Vorschläge die Zapatist@s einbringen, um Menschen und Umwelt eine solidarisch-ökologische Perspektive zu bieten.

Darüber hinaus unterstützt die EZLN die parteilose Präsident*innenschaftskandidatur einer Frau des Indigenen Kongresses CNI. Hier gibt Luz Kerkeling einen Einblick in deren Diskurse. Des Weiteren stellt er Grundzüge des neu erschienen Buches der EZLN „Das kritische Denken angesichts der kapitalistischen Hydra“ vor. Daran anlehnend stellt sich die Frage, inwieweit die Debatten und Praktiken der Zapatist@s die außerparlamentarischen linken Organisationsprozesse in Europa und weltweit inspirieren könnten.*

* Der Ankündigung der FDA-IFA entnommen

 

´Lektionen globalisierter Geografien und Kalender`- SupGaleano

Redebeitrag des Subcomandante Insurgente Galeano im Rahmen des Seminars ´Die Mauern des Kapitals, die Risse der Linken`, 12.-15. April 2017, CIDECI-Unitierra, San Cristóbal de Las Casas, Chiapas.

Lektionen globalisierter Geografien und Kalender.

14. April 2017

Nichts hat sich verändert“, sagen sie.

In Chiapas geht es den Indígenas genauso oder schlechter als vor der zapatistischen Erhebung“, wiederholen die Profitmedien, jede wie es ihr Aufseher ihnen vorgibt.

Vor 23 Jahren kam „humanitäre Hilfe“ aus verschiedenen Teilen der Erde. Wir, die zapatistischen Indígenas verstanden dann, dass es keine Almosen waren, was sie uns schickten, sondern Unterstützung für den Widerstand und die Rebellion. Anstatt alles zu verschlingen oder zu verkaufen, wie es die Partidistas [Anmk.: Anhänger*innen einer offiziellen politischen Partei] tun, haben wir mit dieser Hilfe Schulen, Krankenhäuser, Projekte für die Selbstverwaltung errichtet. Stück für Stück und nicht ohne Probleme, Schwierigkeiten und Fehler, errichteten wir die materielle Basis für unsere Freiheit.

Gestern haben wir den Subcomandante Insurgente Moisés uns sagen hören, dass die zapatistischen Indígenagemeinden sich organisiert haben, nicht um Hilfe zu erbeten, sondern um anderen Menschen zu helfen, in einem anderen Land, mit anderer Sprache und Kultur, mit anderen Gesichtern, mit anderer Art, damit sie Widerstand leisten. Er hat uns von dem folgenden Prozess erzählt, um es zu erfüllen. Jede*r die/der seine Worte gehört hat, kann sagen, und sie/er würde sich nicht irren, dass das, was man in diesem langen Weg, von der Kaffeepflanze bis zu diesen Kilos verpackten Kaffees, sieht, eine Konstante ist: Organisierung.

Aber kehren wir zurück zu 1994-1996.

So wie Frauen, Männer und otroas [Anmk.: zapatistische Form des genderns für ´Andere*`] aus verschiedenen Winkeln Mexikos und der Erde kamen, verstanden wir Zapatistas, dass es, in diesem Kalender, keine spezielle Geografie war, die uns die Hand und das Herz reicht.

Es war nicht die europäische Überheblichkeit, die mit den armen kleinen Indios [im Original inditos] Mitleid hatte, die sie, vergebens, Jahrhunderte zuvor ausrotten wollte.

Es war das Europa von unten, das rebellische, das, welches, ungeachtet seiner Größe, Tag für Tag kämpft. Jenes, dass uns sagte, mit seiner Hilfe, „gebt nicht auf“.

Es war nicht der aufgebrachte und brutale Norden der Regierung und Macht, versteckt hinter der Fahne mit den Querstreifen und undurchsichtigen Sternen, der, der Menschlichkeit simulierend, Brosamen schickt.

Es war die Latino- und Anglo-Gemeinschaft, die ihre Kultur und Art verteidigt, die Widerstand leistet und kämpft, die sich nicht von der Droge des „Amerikanischen Traums“ verdummen lässt, die uns unterstützte während sie murmelte „verkauft euch nicht“. Weiterlesen

5 Jahre Kaffeekollektiv Aroma Zapatista

Zum 5-jährigen Jubiläum lädt das Kaffeekollektiv Aroma Zapatista ein, am 14. Mai 2017.

Beginn 14 Uhr (Kaffee & Kuchen)
15-16 Uhr Kinderprogramm mit Piñata, Puppentheater und Kinderschminken;
d
anach Quiz, Abendessen von und mit der „Bratbrigade“ und eine Mezcal-Verkostung.
19 Uhr das abendliche Highlight: Humorvolle, politische Straßenmusik unplugged mit dem Trio Hörzu!

Ort: Veringstraße 11, 21107 Hamburg-Wilhelmsburg

Infos zum Kaffekollektiv Aroma Zapatista