4. FESTIVAL DE CINE ZAPATISTA

4. FESTIVAL DE CINE ZAPATISTA
»… Dass die Herzen tanzen – Que bailen los Corazones …«

Fr., 20. & Sa., 21. November 2020

Beginn: 18 Uhr MEZ / 11 Uhr CST
Inicio: 11 a.m. CST / 6 p.m. MEZ

Im Welten-Raum – Virtual

Mehr Informationen zum Festival de Cine Zapatista: https://tresgatas.blackblogs.org/aktuelles/4-festival-de-cine-zapatista/

Für das Leben – Zapatistas bereisen die 5 Kontinente »Sechstens. Folgendes haben wir entschieden:
Dass es wieder Zeit ist, dass die Herzen tanzen,
und dass ihre Musik und ihre Schritte nicht
die des Bedauerns und der Resignation sind.
Dass verschiedene zapatistische Delegationen,
Männer, Frauen und AnderE der Farbe unserer Erde,
die Welt bereisen werden, wir werden gehen oder segeln,
hin zu weit entfernten Ländern, Meeren und Himmeln.
Wir werden keine Differenzen suchen, keine Überlegenheit,
keine Konfrontation, noch viel weniger Vergebung und Mitleid.
Wir werden das finden, was uns zu Gleichen macht.«
(EZLN 5.10.2020)

Weitere Infos auf dem 3 gatas Blog

Veranstaltungen: Autonomía Zapatista

Balumil-Tour 2020

»Eine andere Welt ist möglich (und dringlich) – eine Welt, in die viele Welten passen!«

Gespräche und Diskussionen über die aktuelle Situation in den zapatistischen Gebieten, wie die Zapatistas die Ausweitung ihrer Autonomie geschaffen haben, und über die vielen zapatistischen Treffen im letztjährigen »Dezember des Widerstands«.

Termine und Orte:

  • Leipzig: Mittwoch, 2.9.20, 19 Uhr, Index
  • Hamburg: Mittwoch, 16.9.20, 19 Uhr, Rote Flora

Dresden, Berlin und Frankfurt folgen.

Weitere Infos bei Balumil – „Ja’un ta yan balumil – Ser internacionalista“

Die Sexta von Bachajón denunziert Enteignung von Ländereien

EJIDO SAN SEBASTIÁN BACHAJÓN, ANGEHÖRIGE DER SECHSTEN ERKLÄRUNG AUS DER SELVA LACANDONA, CHIAPAS, MEXIKO. 15. JULI 2017.

An das Geheime Revolutionäre Indigene Komitee – Generalkommandantur der EZLN
An die Räte der Guten Regierung
An den Nationalen Indígena Kongress
An die compañer@s Angehörigen der Sechsten Erklärung aus der Selva Lacandona von Mexiko und der Welt
An die alternativen und Massenmedien
An das Red contra la Represión y por la Solidaridad
An das Movimiento de Justicia por el Barrio Nueva York
An die nationalen und internationalen Menschenrechtsverteidiger*innen
An die Bevölkerung Mexikos und der Welt

Jmololabex ants winiketik icha spatil a wotanik ta pisilik machatik nokol skoltabel te lum kinalik te yuun ta skuenta te nokol spojbel te chopol ajwalil.

Compañeros und compañeras, erhaltet einen kämpferischen Gruß für eure Organisationen und pueblos im Widerstand von den Angehörigen der Sechsten Erklärung des Ejido San Sebastián Bachajón, Chiapas.

Durch diese Mitteilung wollen wir öffentlich die Taten des Ejidokommissars von San Sebastián Bachajón verurteilen. Vor einigen Tagen engagierte der Ejidokommissar Manuel Guzmán Álvaro, mit der Verwendung des alten Planes von 1980, einen neuen Ingenieur damit dieser erneut die Ländereien von San Sebastián bemißt und die Grenzen und Vermessungen, die der Plan von 1980 markiert, bestätigt. Der Teil des Ejido, der an die Wasserfälle von Agua Azul und Grundeigentum des Landkreises von Túmbala, Chiapas, angrenzt, hat eine Gasse, und trotzdem behauptet der Ejidokommissar Manuel Guzmán Álvaro, gemäß der neuen Vermessung, die gemacht wurde, dass das Grundeigentum von San Sebastián Bachajón weiter auf die Seite der Ländereien des Landkreises Túmbala reicht und dringt in einen Teil der Ländereien des Ejido Túmbala, ungefähr drei Hektar, ein, was 15 Familien im Territorium des Ejido San Sebastián Bachajón zurücklässt.

Diese drei Hektar des Landkreises Túmbala, Chiapas, gehören nicht mehr zum Ejido [Anmk.: von San Sebastián Bachajón], aber trotzdem drang der Ejidokommissar in diese ein, gemäß seiner neuen Vermessung von vor einigen Tagen, damit ein Blockhütten-Projekt [Anmk.: etwa Bungalows] auf diesen Ländereien errichtet wird. Weiterlesen

Bildungsprojekt „Balumil“ beginnt

YA’YUN TA YAN BALUMIL – SER INTERNACIONALISTA –
ICH BIN INTERNATIONALIST*IN

Das colectivo gata-gata startet das Bildungsprojekt „Balumil“ mit einer Bildunsgreise nach Chiapas vom 6. September bis 8. Oktober 2017.

Vom 26.-28. Mai 2017 und 21.-23. Juli 2017 finden die Wochenend-Vorbereitungsseminare statt, um an der Bildungsreise teilnehmen zu können.

Bei Fragen und Interesse an der Teilnahme, schreibt an balumil[at]gmx.com.
>> Flyer

Das Projekt „Balumil“ möchte die Organisierung der Zapatistas im Widerstand erfahrbar machen und zum Aufbau eines konkreten Internationalismus zwischen Hier und Dort, Dort und Hier beitragen.

Es wurde bereits viel über die Zapatistas geschrieben. Doch einiges des zapatistischen Widerstands wird erst verständlicher, wenn mensch selber einmal dort war und ihn erfahren und fühlen konnte. Aus diesem Grund organisieren wir als colectivo gata-gata das Projekt „Ja‘un ta yan balumil1 – Ser internacionalista“, kurz: „Balumil“.

Was wollen wir? Gemeinsames voneinander lernen.
Durch einen dreiwöchigen Aufenthalt an der autonomen zapatistischen Sprachschule im Caracol von Oventik, in den Altos de Chiapas, möchten wir einen direkten Austausch mit den Zapatistas stärken und ihre autonomen Organisierungsformen konkret erfahrbar machen. Nach zwei Vorbereitungsseminaren in Deutschland werden die Teilnehmenden an einem Spanisch- oder Tsotsil2-Sprachkurs vor Ort teilnehmen, lernen die zapatistische Autonomie in ihren Strukturen kennen und beteiligen sich an praktischen Kollektiv-Arbeiten und gemeinsamer Diskussion und Studium libertärer Texte. Zurück in Deutschland soll – neben dem öffentlich gemachten Weitertragen des Erlebten und Erfahrenen in Veranstaltungen und Info-Karawanen – in einem kollektiven Reflexionsprozess nach Verbindungspunkten im Hier und Jetzt, Dort und Hier gesucht werden. Konkret kann sich dies bspw. auf den Autonomie-Gedanken der Zapatistas beziehen und der Frage nachgehen, ob und wie Kollektivbetriebe und Kommunen ein möglicher Anknüpfungspunkt sein können. Neben der theoretischen Auseinandersetzung wird auch dieser Teil des Projekts ganz praktisch gestaltet werden, bspw. dadurch, bestehende Kollektivbetriebe und Kommunen zu besuchen, mit diesen in Austausch zu treten und mitzuarbeiten. Je nach den Wünschen und der Initiative der Teilnehmenden sind auch andere Dinge vorstellbar. Generell sind hier der Fantasie und dem Ideenreichtum der Teilnehmenden keine Grenzen gesetzt – außer die der praktischen Realisierbarkeit.

Und was haben die Zapatistas davon?
Dass das Projekt nicht nur einen „Nutzen“ für die Teilnehmenden aus dem deutschsprachigen Raum haben soll, sondern auf Gegenseitigkeit beruht, gehört zu unserem Selbstverständnis. Es ist auf Wunsch und in Absprache mit den zapatistischen Bildungspromotor*innen im Caracol Oventik entstanden und von diesen gewollt. Neben der direkten finanziellen Unterstützung ihrer autonomen Struktur durch die Sprachkursgebühren geht es um einen gegenseitigen Austausch mit den Zapatistas; das heißt auch Einblick geben in unsere tatsächliche oder gewünschte Organisierung, unsere Widerstände und Alltagskämpfe. Konkret: Jede*r Teilnehmer*in wird in der ihr*ihm gemäßen Form – ob Bilder, Lieder, Texte, Filmchen etc. – etwas Informatives nach Chiapas mitbringen.

Wann soll es losgehen und wer kann teilnehmen?
Der erste Aufenthalt in Oventik, Chiapas soll im September/Oktober 2017 stattfinden, mit den Vorbereitungsseminaren im Mai und Juli 2017. Ein zweiter Durchgang ist für Oktober/November 2017 geplant. Am Projekt teilnehmen können alle mit Interesse an und/oder Erfahrung in praktischem Internationalismus und/oder alternativen, kollektiven Strukturen. Ganz bewusst möchten wir, dass jüngere wie ältere Menschen teilnehmen und individuelle ökonomische Ressourcen kein Ausschlusskriterium darstellen müssen. Wir werden versuchen, in einem kollektiven Prozess nach gemeinsamen Finanzierungsmöglichkeiten für alle zu suchen.


  1. Tsotsil: „Ich bin von einer anderen Welt“, übersetzt: „Ich bin Internationalist*in
  2. eine der Maya-Sprachen

Weitere Infos und den Ablauf findet ihr auf der Homepage von BALUMIL

Pueblo Creyente verurteilt ´Projekte des Todes`

Kommuniqué des Pueblo Creyente zum 6. Jahrestags der Erstehung von jTatik Samuel

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Popol Vuh: Die Morgendämmerung kam über alle Stämme gemeinsam hinweg.
Das Antlitz der Erde wurde sofort durch die Sonne wiederhergestellt (33).
Die Dämmerung kam zu den Völkern, die ein ums andere Mal in den
verschiedenen Finsternissen der Geschichtegegangen sind.

An die öffentliche Meinung
An die unterschiedlichen religiösen Überzeugungen
An die staatlichen und bundesstaatlichen Regierungen
An die Kommunikationsmedien
An die Männer und Frauen, die den Frieden erschaffen

Wir grüßen und gratulieren unseren Schwestern von CODIMUJ (Coordinadora Diocesana de Mujeres), die ihr 25-jähriges Bestehen feiern.

Das Pueblo Creyente ist sich bewusst über die Realität in der wir leben und sind die Erbauer von Alternativen, wir sind Beispiel und Beweis von Organisierung zur Verteidigung der Mutter Erde. Wir sind das Pueblo Creyente in Bewegung an vielen Orten und in vielen Formen. Es besteht Einigkeit darüber, dass das Pueblo Creyente mit denen zu tun hat, an welche es glaubt. Wir haben Sehnsucht nach dem Kampf um Freiheit und Wirtschaft zum Wohle der Menschen und wir vereinen uns in einem gemeinsamen Kampf. Wir erfüllen 25 Jahre mit prophetischer Stimme gehend.

Uns ermutigten die Worte des Papst Franziskus in San Cristóbal:
Das Gesetz des Herrn ist vollkommen in allem und tröstet die Seele, ein Gesetz das dem Volk Gottes helfen würde in der Freiheit zu leben zu der sie gerufen wurden. Gesetz, dass Licht sein will für ihre Schritte und die Reise seines Volkes begleiten will. Ein Volk, dass die Sklaverei erlebt hat und den Despotismus des Pharao, dass das Leid und den Missbrauch erlebt hat bis Gott sagt genug, bis Gott sagt: Nicht mehr! Wir haben den Kummer gesehen, ich habe den Schrei gehört, ich habe ihre Angst gekannt (cf. EX 3,9).

Wir verurteilen die Projekte des Todes:
Gegen die Gewalt und die Enteignung von Land, des Territoriums und der natürlichen Ressourcen. Abholzung. Megaprojekte: Superautobahn, Ökotourismus-Projekte, Bergbau, Staudämme, Windkraftanlagen, Gas, Erdöl, Zerstörung von Ökosystemen. Privatisierung von Ressourcen. Preise für Strom und Benzin. Agrochemie. Verschmutzung insbesondere des Wassers. Transgenes Saatgut. Landreform. Monokulturen. Auf der politischen Ebene verurteilen wir: Täuschungen der politischen Parteien. Machtkrankheit. Regierungsprojekte. Strukturreformen. Korruption und Straflosigkeit. Fehlendes Hören der Regierung gegenüber sozialen Forderungen. Unterdrückung und Repression der Autoritäten. Wir werden nicht berücksichtigt bei der Erarbeitung der Gesetze. „Öffentliche Bedienstete“, nicht Diener ihrer Interessen. Die Strukturreformen, TLC [Freihandelsabkommen], Legalisierung von Enteignung, Gewalt und Straflosigkeit. Wir sind gegen PROCEDE (Programm zur Landreform], das unsere Ejidos zerstört.

Im sozialen Bereich: die Spaltung. Der Machismus. Die Gewalt und die Ausbeutung gegenüber der Frau. Der Missbrauch des Internets. Die Nutzung pharmazeutischer Medizin anstelle der traditionellen. Der Verkauf und Konsum von Alkohol und Drogen. Wir verurteilen die Regierung, dass sie als Strategie die Jugendlichen als Drogenhändler und Konsumenten von Drogen benutzt. Das Junk-Food. Die Wasserknappheit aufgrund der Privatisierung von Wasser. Projekte und Reaktivierung von Wasserkraftwerken. Infiltrierung und Schaffung von Gruppen zur Zerstörung des Kampfers des Volkes. Die Ölbrunnen. Die physischen Erkrankungen. Die sozialen Krankheiten, die familiäre Gewalt, Prostitution. Organisierte Kriminalität. Hunger. Verletzung der Menschenrechte von Migranten und der Missbrauch, Erpressung durch Autoritäten der Migrationsbehörde, Polizei und Militär, denn sie stehen dem organisierten Verbrechen nahe. Fehlen von Arbeitsplätzen und öffentlichen Dienstleistungen, Abbau von Gesundheitsdiensten und Medikamentenknappheit in den Krankenhäusern. Wir verurteilen jene, die unsere Schwestern und Brüder als billige Arbeitskräfte benutzen in den Fabriken im Norden des Landes, die unter Bedingungen von Sklaverei arbeiten.

Als Pueblo Creyente schlagen wir vor:
Die Autonomie in unseren Gemeinden zu aufbauen, unsere Regierungsstrukturen wiederherstellen. Als Pueblo Creyente sind wir keine spezifische Organisation, als mexikanische Bürger haben wir rechtliche Elemente und Räume um unsere politischen und ökonomischen Alternativen zu erschaffen. Wir müssen unseren Widerstand aufrechterhalten gegen die Projekte des Todes und unsere autonomen, gemeindschaftlichen Regierungen wieder herstellen. Angesichts der Wahlen in 2018 sind die politischen Parteien schon dabei ihre Leute in den Gemeinden zu kontrollieren und zu organisieren, wir ermahnen die Gesellschaft sich nicht zu verkaufen. Wir kämpfen für unsere Würde und die Wahrheit, dass wir uns nicht verkaufen. Das Beispiel dieses Prozesses ist Oxchuc.

Als Pueblo Creyente (HANDELN):

Verteidigen wir die Mutter Erde und das Territorium mit unserer Art des Lebens durch Peregrinaciones und Gebete.

Organisieren und informieren wir uns über die alternativen Medien. Es gibt Prozesse sich der Realität bewusst zu werden.

Die Projekte des Lebens, die wir erbauen: Die Einheit, Erwachen des Bewusstseins, das würdige Leben, Autonomie, Selbstverwaltung, Brüderlichkeit, Artikulation, Alternativen der sozialen Konstruktion, einheimisches Saatgut, Ernährungssicherheit und -autonomie, eine Regierung für die Gemeinde, Freiheit, Widerstand, Worte der Vorfahren, wahres Leben, Kraft des Volkes, gemeinsames Haus, Behütung aller Pflanzen, Tiere und anderer Spezies, die Gerechtigkeit.

WIR SOLIDARIASIEREN UNS: mit den Kollektiven und Organisationen, die das Leben verteidigen. Jene, die die Rechte der Frauen verteidigen, wie die CODIMUJ. Wir teilen die gleichen Ziele mit dem CNI die Stimmen unserer Völker stärken zu wollen und unsere Autonomie zu erschaffen. Wir solidarisieren uns mit den Familien der tausenden Verschwunden.

Wir fordern alle anderen Völker dazu auf, sich zu vereinen, denn es ist notwendig, dass wir uns vereinen für unser Volk und unser Territorium, wir haben keine Angst uns anzunähern, denn die Angst ist ein Werkzeug des Kapitals ums uns zu lähmen. Wir ermutigen uns mit den Worten des Papst Franziskus: „Mann muss sich mobilisieren“.

Das Herz des Himmels und das Herz der Erde, Herr und Schöpfer des Mannes, der Frau und der Natur, erleuchte und stärke uns in unserem Gehen.

PUEBLO CREYENTE DER DIÖZESE VON SAN CRISTÓBAL DE LAS CASAS, CHIAPAS
25 JANUAR 2017

Quelle: Espoir Chiapas

Unterstützungskampagne für unabhängige Medien

Das Medienkollektiv COMPPA (Comunicadorxs Populares por la Autonomía), mit Sitz in Chiapas, unterstützt die Widerstandskämpfe indigener Gemeinden in Mittelamerika, mit autonomen Medien- und Kommunikationsstrukturen. Dafür hat es Handbücher zur Aneignung eigener, autonomer Kommunikationsstrukturen  – v.a. Radio, auch Kamera und Internet – und Ausbildung von Gemeindejournalist*innen entwickelt, die nun überarbeitet wurden. Das Kollektiv hat nun eine Growdfunding-Kampagne gestartet.

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Die Arbeit des Kollektivs kann mit einer Spende bzw. dem Kauf der aktualisierten  Handbücher im pdf-Format unterstützt werden.
Weitere Infos auf der Homepage von COMPPA

 

1. Jahrestag der Autonomie des Ejido Tila, Chiapas

Das Ejido Tila, Anhänger*innen der Sexta, im Norden von Chiapas, feierte am 16. Dezember 2016 den 1. Jahrestag Seiner Selbstregierung

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Nach Jahren der Forderung nach Respekt gegenüber ihren Ländereien und Territorium, angesichts der Intention der Enteignung durch alle drei Ebenen der Regierung, beschlossen die Ch’ol-Indígenas am 16. Dezember 2015 der Munizipalverwaltung ihre Ländereien zu entziehen und ihre ejidale Autonomie zu praktizieren.

Während dieses ersten Jahres, und durch die Wiederaufnahme des Erbes des Kampfes und des Widerstandes ihrer Vorfahren, hat das ursprüngliche Volk aus dem Norden Chiapas‘ hart gearbeitet zur Verbesserung ihrer Gemeinde und die Bewahrung ihrer Kultur.

Das Ejido Tila schließt sich der Liste von Gemeinden an, die sich entschließen ihr Recht auf freie Selbstbestimmung in Mexiko auszuüben, müde aufgrund des Betrugs und der Plünderung durch offizielle Autoritäten und politische Parteien, welche sie über Jahrzehnte gespalten haben und ihrer Gemeingüter beraubt.

Begleitet vom Kopal und Gebeten für die Mutter Erde, seit den frühen Morgen diesen Freitags, beginnen die Ejidatarios, Mitglieder des Nationalen Indígena Kongress (CNI), geleitet durch die Ältesten, die Zeremonie des „Kerze anzünden“, wie sie es von ihren Großeltern gelernt haben.

Es war ein Jahr harter Arbeit und die Bäuer*innen, Angehörige der Sexta, danken mit einer traditionellen Zeremonie für die Errungenschaften die sie im Bereich der Sicherheit, Trinkwasserversorgung und Säuberung erreicht haben sowie in der Vermittlung von Gerechtigkeit. All dies geben sie bekannt in den Sonderübertragungen ihres Radios „Das Wunder des Ejido Tila“, über 103.5 FM.

Der Weg dieses letzten Jahres, sowie jener Jahrzehnte zuvor, war nicht frei von Schwierigkeiten. Im Ejido gibt es Gruppen, die der „offiziellen“ Regierung und politischen Parteien nahe stehen, die, angesichts des Verlusts ihrer Privilegien, die Rückkehr des Bürgermeisteramts fordern, mittels Diffamierungskampagnen gegen die Regierung der Ejidatarios. Doch diese Kampagnen blieben wirkungslos und die Organisation des Ejido Tila wird stärker.

Dieser Tag ist der Freude, des Fests, denn auf unserem Boden befiehlt nicht die schlechte Regierung, wir befehlen“ […] „Wir müssen das Erbe schützen, welches uns unsere Vorfahren hinterlassen haben, mit der Stirn voran gehen, sich nicht ducken, deshalb regieren wir uns durch die ejidale Versammlung“. […] „Wir denken nicht mehr daran, von der schlechten Regierung abhängig zu sein, wir wollen ihre Millionen nicht, wir wollen Freiheit und Gerechtigkeit, dafür müssen wir uns organisieren“.

Während diesen Freitag gehen die Feierlichkeiten auf dem zentralen Platz der Ch’ol-Gemeinde weiter, an denen pueblos des CNI, Angehörige der Sexta und nationale und internationale Sypathisant*innen teilnehmen, um ihre Solidarität und Anerkennung auszudrücken.
Eine Kommission des Nationalen Indígena Kongress übermittelt einen Gruß und eine Umarmung an das „rebellische und würdige Volk im Norden von Chiapas. Hier erbebte die Erde bereits, denn das indigene Volk ist es, das regiert“.

Quelle: Espoir Chiapas