Pres@s Politic@s

faltan-los-presosWir sind nicht alle … es fehlen die Gefangenen!

Willkürliche Verhaftungen und irreguläre Prozesse sind eines der Mittel der Repression gegen Aktivist*innen in Mexiko.

 

Alberto Patishtán Gómez

imagesDer Tzotzil Indígena, Lehrer und Aktivist, aus El Bosque, Chiapas, wurde im Juni 2000 inhaftiert und im Mai 2003 zur Höchststrafe von 60 Jahren verurteilt. Er initiierte damals eine Kampagne gegen die Veruntreuung öffentlicher Mittel durch den damaligen Präsidenten des Landkreises El Bosque. Grundlage der Verurteilung war eine angebliche Beteiligung Patishtáns an einen Hinterhalt auf eine Polizeistreife im Juni 2000. Trotz widersprüchlicher Aussagen und Entlastungen durch Zeug*innen kam er in das Hochsicherheitsgefängnis ´El Amate` in Cintalapa, Chiapas.
Am 30.Oktober 2013, wurde Alberto Patishtán, infolge einer Reform des mexikanischen Strafgesetzbuches, durch den Präsidenten Enrique Peña Nieto begnadigt, und ist seit dem 31.Oktober 2013 wieder frei.

Francisco Sántiz López

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Der zapatistische Tzeltal-Indígena, Geschäftsmann und Bauer, wurde 4. Dezember 2011 mit der Begründung inhaftiert, er wäre an gewalttätigen Auseinandersetzungen in der Gemeinde Banavil, Chiapas, beteiligt gewesen, bei der eine Gruppe von ´Anhänger*innen der PRI Sympathisant*innen der zapatistischen Bewegung angegriffen hatten und in dessen Folge zwei Menschen – einer der Angreifer*innen und einer der Angegriffenen – ums Leben kamen. Trotzdem es keine Beweise für seine Teilhabe an der Auseinandersetzung gab, Zeug*innenaussagen seine Abwesenheit vom Geschehen bestätigten und zahlreiche lokale, nationale und internationale Organisationen und Einzelpersonen seine Freilassung forderten, wurde Sántiz López über 13 Monate unschuldig, als politischer Gefangener und Angehöriger der zapatistischen Unterstützungsbasis, seiner Freiheit beraubt.
Am am 25. Januar 2013 wurde er durch Freispruch aus dem Gefängnis in San Cristóbal de Las Casas, Chiapas, entlassen.
Der Freispruch erfolgte auf eine Anordnung, eines Ministers des obersten mexikanischen Gerichtshofs, die juristische Situation von Sántiz López unverzüglich zu lösen. Daraufhin wurde von einem Richter die Verletzung seiner Rechte durch seine Inhaftierung anerkannt und aus Mangel an Beweisen seine Freilassung erwirkt.

Nestora Salgado García

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Nestora Salgado García, Kommandantin der Gemeindepolizei CRAC-PC in Guerrero, wurde im August 2013 festgenommen.
Anklage wurde erhoben wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und Entführung von über 50 Personen, die wegen ihrer Drogenaktivitäten von der Gemeindepolizei in Gewahrsam genommen worden waren.
Nach mehreren Strafprozessen und 31 Monaten in Haft, davon 20 Monate in Isolationshaft im Hochsicherheitsgefängnis von Tepic, Nayarit, wurde Nestora schließlich freigesprochen und im März 2016 aus der Haft entlassen.

 

Alejandro Díaz Santiz captura-de-pantalla-2015-06-24-a-las-9-07-29-p-m

Tzotzil-Indígena aus Mitontic, Chiapas, wurde 1999 zusammen mit seiner Frau festgenommen, unter dem Vorwurf, durch einen Cousin, des Mordes an der Tochter. Beide wurden zu 30 Jahren Haft verurteilt, doch seine Ehefrau kam durch eine Berufung nach 1 1/2 Jahren frei. Seit September ist Alejandro Díaz Santiz im Hochsicherheitsgefängnis CEFERESO Nr. 15 von Villa Comaltitlan, Chiapas.
Er ist Anhänger der Sexta und organisiserte sich in der Haft mit ´La Voz del Amate` (im Cersso 14 in Cintalapa). Alle darin organisierten Gefangenen haben mittlerweile ihre Freiheit errungen, v.a. auch durch die Aktionen der Organisation, bis auf Alejandro.

Brief von Alejandro Díaz Santiz Mai 2016: http://espoirchiapas.blogspot.de/2016/06/alejandro-diaz-santiz-preso-injusto-de.html

Roberto Paciencia Cruz

robertopacienciaDer 33-jährige Tzotsil-Indígena, aus der Gemeinde Majompepentic, in Chenalhó, Chiapas, ist Bauer und Taxifahrer und Anhänger der Sexta.
Er wurde am 7. August 2013 in Pantelhó, Chiapas willkürlich verhaftet, ohne Haftbefehl, und nach Tuxtla Gutiérrez überführt, wo er drei Tage festgehalten und physisch und psychisch gefoltert wurde, damit er ein falsches Schuldeingeständnis einer angeblichen Entführung unterschreibt. Anschließend kam er ins Gefängnis CERSSS Nr. 5 in San Cristóbal de Las Casas, ohne jegliches Urteil bekommen zu haben, da es keinerlei belastende Zeug*innenaussagen gibt. Am 24. November 2016 erlangte Roberto Paciencia nach drei Jahren und vier Monaten seine Freiheit wieder.

 

Presos der Sexta Bachajón

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Die Sexta des Ejido San Sebastián Bachajón organisiert sich im Widerstand gegen die Enteignung der Ejidoländereien zugunsten des Tourismusprojektes Agua Azul. Bei einer Auseinandersetzung zwischen regierungsnahen Ejidoeinwohner*innen, der Polizei und Angehörigen der Sexta von Bachajón, wurden am 3. Februar 2011 117 Angehörige der Sexta von Bachajón festgenommen. Die meisten wurden Tag später wieder freigelassen.
Zur Zeit (März 2017) befinden sich noch zwei Angehörige der Sexta Bachajón in Haft:

Esteban Gómez Jiménez estebvan
Seit 2013 politischer Gefangener, zunächst im Cersso 17 in Playas de Catazajá, dann im Cersso 14 in Cintalapa (El Amate) und derzeit im Cersso 5 in San Cristóbal de Las Casas. Er wurde zunächst des Mordes beschuldigt, was jedoch Fallen gelassen wurde. Nach der Inhaftierung wurden weitere Delikte konstruiert, weshalb er nun, aufgrund der Beschuldigung Tourist*innen überfallen zu haben, weiter inhaftiert bleibt.

Brief von Esteban Gómez Jimenéz September 2016: http://www.cgtchiapas.org/noticias/carta-esteban-gomez-preso-ejido-san-sebastian-bachajon

Emilio Jiménez Gómez emilio
Wurde am 16. März 2017 freigelassen, nachdem er seit Juli 2014 im Cersso 17 in Playas de Catazajá inhaftiert war, mit der Beschuldigung, durch Anhänger*innen der Regierung, einen Touristen in der Genmeinde Xanil überfallen zu haben. Der überfallene Tourist selbst sagte aus, dass Emilio Jiménez nicht der Täter ist.

 

Santiago Moreno Pérez santiago
Seit 2009 im Cersso 17 in Playas de Catazajá inhaftiert, von Anhänger*innen der Regierung des Mordes beschuldigt. Zum Zeitpunkt seiner Inhaftierung hatte er den Posten des Rates der autonomen Aufsicht der Sexta im Landkreis Chilón inne. Nach seiner Inhaftierung wurden seine Landparzellen des Ejido enteignet und seine Angehörigen aus der Gemeinde vertrieben.