Bericht der Solikarawane nach Cruztón

Gemeinsamer Bericht der Karawane in Solidarität mit Cruztón am 9. Juli 2017

San Cristóbal de Las Casas, Chiapas, Mexiko
10. Juli 2017

Gemeinsames Bulletin

Solidaritätskarawane für Cruztón angesichts der generalisierten Gewalt durch die Aktion der bewaffneten Gruppe Nueva Guadalupe Victoria im Landkreis Venustiano Carranza, Chiapas, Mexiko

Der Tod des Compas wird nicht mit Geld bezahlt
Wenn es keine Gerechtigkeit gibt
Wird unsere Stimme nicht schweigen.

(Fragment des Liedes Compa Lupillo)
Geschrieben vom compañero Adrián

Die Gemeinden, Kollektive und Organisationen der Sexta (Anhänger*innen der Sechsten Erklärung aus der Selva Lacandona der EZLN), führten gestern, am 9. Juli, eine Solidaritätskarawane durch, während der die generalisierte Gewalt dokumentiert wurde, in der sich die Gemeinden von Cruztón und Nueva Libertad, des Landkreises Venustiano Carranza, Chiapas, Mexiko, befinden. Diese wird herbeigeführt durch eine bewaffnete Gruppe genannt Nuevo Guadalupe Victoria, welche Feuerwaffen und sogar Waffen der mexiaknischen Armee tragen und welche in völliger Straflosigkeit agiert.

Die Karawane bezeugt, dass die bewaffnete Gruppe am 22. Mai in Komplizenschaft mit dem mexikanischen Staat agierte, als sie den Mord an dem Gemeindeverteidiger Rodrigo Guadalupe Huet Gómez begang und dem bewaffneten Angriff gegen Personen der Gemeinden Cruztón und Nueva Libertad, als sich diese auf dem Friedhof befanden, um diesen geweihten Ort, der seit mehr als einem Jahrhundert ihnen gehört, zu bewahren, nachdem er am 10. Mai durch jene Gruppe geschändet wurde.

Die durch die Karawane durchgeführte Dokumentation warnt unmittelbar vor der drohenden Gefahr für das Leben, die Integrität und Sicherheit der Bewohner*innen der Gemeinden Cruztón und Nueva Libertad, im Landkreis Venustiano Carranza, aufgrund der straffreien Aktionen der bewaffneten Gruppe Nuevo Guadalupe, welche die Gemeinde und Bäuer*innen, die kleine Ländereien in Cruztón und Nueva Libertad haben, verwüstet halten. 60 Familien der letztgenannten Gemeinde wurden am 18. Juni diesen Jahres das Wasser abgeschnitten, was eine kritische Situation für ihre Subsistenz darstellt.

Von der Karawane erhaltene Zeug*innenaussagen insitieren darauf, die Komplizenschaft der Regierung mit dem Verbrechen, mit der bewaffneten Gruppe, die weiterhin straflos agiert und den compañero Rodrigo Guadalupe umgebracht hat, anzuklagen. Das Recht, das sie auf den Friedhof und die Ländereien haben, wird damit argumentiert, dass “unsere Großväter und Väter Bedienstete des Großgrundbesitzers zu jener Zeit waren und auch wir waren es, deshalb verteidigen wir heute das, was unser ist”. “Unsere Stimme wird nicht schweigen, unsere Stimme wird noch stärker sein” beharren sie, “weil unser compañero das Leben verloren hat, werden wir nicht schweigen oder den Mut verlieren”. Weiterlesen

Cruztón: Tod und Widerstand

Zur aktuellen Situation und Geschichte des Konfliktes in Cruztón, Landkreis Venustiano Carranza, Chiapas, Mexiko.

Am vergangenen 22. Mai 2017, 6 Uhr am Morgen, erhielt der Bauer Rodrigo Guadalupe Huet Gómez, aus der Gemeinde Cruztón, einen Schuss in die Schläfe. Er verbrachte zwei Stunden zusammen mit anderen compañeros auf dem Friedhof verschanzt, zu dem sie gekommen sind, um ihn, der seit fast einem Jahrhundert der geweihte Ort ist, wo sie ihre Toten begraben, zu verteidigen. Seit mehr als einem Jahr versucht eine bewaffnete Gruppe des Nachbarejido Victoria Guadalupe, das sich selbst Nuevo Guadalupe Victoria nennt, sie und die Nachbargemeinde Nueva Libertad, vom Friedhof und den angrenzenden Ländereien, welche einige kleine Anwesen einschließen, zu vertreiben.

Vier Stunden dauerte die Schießerei, mit Waffen von hohem Kaliber strategisch an verschiedenen Punkten positioniert, was zeigt, dass die Angreifergruppe wahrscheinlich eine militärische Ausbildung hat. Es war in einem Moment der sicheren Ruhe, als Rodrigo Guadalupe entschied sich zu erheben, um sich umzuschauen, und so den Schuss erhielt.

Seine compañeros riefen daraufhin eine Ambulanz aus Venustiano Carranza, aber die wurde in Guadalupe Victoria durch eine Gruppe aufgehalten, angeführt durch den Munizipalbeamten Eleuterio Bautista Aguilar, den die Bauern von Cruztón als einen der Anführer der bewaffneten Gruppe identifizieren. So wurde eine weitere Ambulanz angefordert, diesmal aus Teopisca, welche von einem Fahrzeug der Zivilen Sicherheit begleitet wurde. Beide wurden jedoch in 100 Meter Entfernung zu Rodrigo Guadalupe durch eine schwer bewaffnete Gruppe aufgehalten, die sie zwang umzukehren.

So starb Rodrigo Guadalupe, Tsotsil-Aktivist, Anhänger der Sechsten Deklaration aus der Selva Lacandona der EZLN und Mitglied von Semilla Digna und dem Nationalen Indígena Kongress, 7 Uhr morgens.

Seitdem sind die Feindseligkeiten von Seiten der bewaffneten Gruppe angestiegen. Am 16. Juni kamen sie zurück, um den Friedhof und die angrenzenden Ländereien zu besetzen, errichteten fünf Kontrollpunkte, mit fünf oder sechs schwer bewaffneten Personen an jedem. Zur selben Zeit kappten sie die Wasserversorgung der Gemeinde Nueva Libertad und ließen 40 Familien ohne Zugang zu der lebenswichtigen Flüßigkeit. Einen Tag darauf, durchschnitten sie das Starkstromkabel, das Cruztón mit Elektrizität versorgt. Am 18. Juni schüchterten sie Einwohner*innen aus Nueva Libertad ein, welche sich Richtung Cruztón bewegten, mit Luftschüssen. Und zwei Tage darauf blockierten sie den Weg, welcher zur Gemeinde Cruztón führt und ließ sie über 10 Stunden isoliert.

Cruztón: eine Geschichte des Kampfes für das Land

Die Bauern von Cruztón leben seit Generationen auf diesen Ländereien. Vor dem zapatistischen Aufstand 1994, gehörten die Ländereien von Cruztón zur Finca [Grußgrundbesitz] Mispía, die Jahre später in Finca Nazareth umbenannt wurde, Eigentum der Villafuerte, aus Mexiko-Stadt. Diese Finca wurde in vier Teile aufgeteilt – Nazareth, Jerusalén, Cruztón und Guadalupe. Den Bauern von Cruztón übergaben die Villafuertes das Land mit notarieller Urkunde.

Aber 1994 entrissen Bauern aus Guadalupe Victoria, sich als Zapatistas ausgebend, ihnen 395 Hektar ihres Territoriums. Ein Jahr darauf kaufte die Regierung die Ländereien, um sie den Bauern zu übergeben, mit dem Zweck die Besetzung von Land im gesamten Bundesstaat aufzuhalten. Aber aufgrund eines vermeintlichen bürokratischen „Fehlers“, übergab sie die Regierung der Gruppe der Eindringlinge. Weiterlesen

Aggressionen gegen die Sexta aus Cruztón

Am 22. Mai 2017 wurden die Anhänger*innen der Sechsten Deklaration aus der Selva Lacandona (Sexta) der Gemeinde Cruztón, im Landkreis Venustiano Carranza, Chiapas, von einer bewaffneten Gruppe der Nachbargemeinde Guadalupa Victoria, angegriffen, wobei ein Angehöriger der Sexta aus Cruztón, Rodrigo Guadalupe Huet Gómez, umgebracht wurde. Ort des Angriffs war ein Friedhof, verschiedenen Gemeinden zugehörig, der Tage zuvor von bisher nicht eindeutig indentifizierten Personen beschmiert und beschädigt wurde.
Seitdem erfährt die Familie des Ermordeten und die Sexta aus Cruztón ständige Aggressionen durch die bewaffnete Gruppe und ihnen wird der Zugang zum Friedhof verwehrt.

In einer Pressekonferenz mit dem Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de Las Casas A.C. (FrayBa) und weiteren Organisationen der Sexta und Semilla Digna [verschiedene Gemeinden in Chiapas, die dem Nationalen Indígena Kongress angehören und sich zur Sexta bekennen], am 5. Juli 2017 in San Cristóbal de Las Casas, Chiapas, wurde über die Situation der Gemeinde und die Durchführung einer friedlichen Solidaritätskarawane nach Cruztón am 9. Juli 2017 informiert.

Worte der Angehörigen der Sechsten Deklaration aus der Selva Lacandona von Cruztón

Ich komme aus der Gemeinde Cruztón, erhaltet einen Gruß meiner Gemeinde. Sie wissen, dass wir heute hier sind, im Menschenrechtszentrum, welches usn seit vielen Jahren zur Seite steht. Wir bitten alle Medien darum, sich mit unserer Problematik zu solidarisieren. Wir möchten, dass von dort wo Sie sind, die Organisationen, die sich koordinieren, politischen Druck auf die Regierung ausüben. Das Problem ist, dass unsere Gemeinde sehr groß ist, wir können unseren Weg nicht in Ruhe gehen. Diejenigen, die uns am 22. Mai angriffen und unseren compañero Rodrigo Guadalupe ermordet haben, sind zurück gekommen. Die Kinder können draußen nicht in Ruhe herumlaufen. Wir erbitten eine Unterstützung. Ebenso bitten wir darum, dass sich weitere Organisationen, wenn sie können, uns anschließen.

5. Juli 2017

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Der Angriff von oben, angesichts der Bewegung von unten – CNI

Worte des Nationalen Indígena Kongress (CNI) vom 10. Juni 2017

Der Angriff von oben, angesichts der Bewegung von unten

Wir Voelker, Nationen, Tribus und indigene Stadtviertel dieses Landes, die wir uns im Nationalen Indigenen Kongress zusammengeschlossen haben, wenden uns an das mexikanische Volk, sowohl an die indigene als auch an die nicht-indigene Bevölkerung, an die ehrlichen Menschenrechtsorganisationen, an die Kommunikationsmedien, an die Wissenschaftler und an die Intellektuellen um die immer schlimmer werdende Repression schärfstens zu verurteilen. Diese Repression richtet sich gegen unsere Compañeras und Compañeros jener Voelker, wo indigene Räte nominiert wurden, um den Indigenen Regierungsrat für Mexiko zu bilden. Diese Repressionen bedeuten für uns einen Angriff gegen den CNI und unseren Vorschlag, den wir dem gesamten Staat vorgelegt haben. Unsere Anklage lautet daher wie folgt:

In Chiapas, im Ejido Tila wächst die von der schlechten Regierung verursachte Feindseligkeit und eine große Spannung durch Caciques mit Verbindungen zu paramilitärischen Gruppen, die versuchen, dass die schlechte Regierung in die Gemeinde zurückkehrt, wie zum Beispiel der Anführer der paramilitärischen Gruppierung Paz y Justicia, Arturo Sánchez Sánchez und sein Sohn Francisco Arturo Sánchez Martínez. Diese beiden haben Schüsse abgefeuert und zusammen mit anderen Personen, die derselben Organisation angehören am 5. Juni dieses Jahres die Zufahrt nach Tila gesperrt. Sie blockierten die Straße die von Tila nach Salto de Agua führt, vor dem Krankenhaus Tila. Ebenso die Straße von Tila nach Yajalon, maskierte und bewaffnete Personen blockierten auch Wege innerhalb des Ejido-Bereiches. Die Angriffe eskalierten seit diese Gruppe am 2.Juni in Tuxtla Gutierrez eine Mobilisierung organisierte, welche von Parteigängern und Paramilitärs der Gruppe Paz y Justicia angeführt war.

Wir machen die drei Ebenen der schlechten Regierung für alles verantwortlich, was passieren sollte, und wir rufen zur Solidarität mit unseren Brüdern und Schwestern des Ejido Tila auf. Weiterlesen

CNI: Solierklärung mit dem Kampf des pueblo Zoque und dem politischen Gefangenen Luis Fernando Sotelo

Erklärung des Nationalen Indígena Kongress in Unterstützung und Solidarität des Kampfes des pueblo Zoque und für die Freiheit von Luis Fernando Sotelo

An die pueblos der Welt

An die Sexta National und International

An die Kommunikationsmedien

An die ehrlichen Menschenrechtsorganisationen

Wir, die pueblos, naciones und tribus [wörtlich übersetzt: „Völker, Nationen und Stämme“] des Nationalen Indígena Kongress wenden uns mit Respekt an unsere Schwestern und Brüder des pueblo Zoque, wir wissen, dass ihr Kampf für das Leben ist, und wir begrüßen die Mobilisierung und Organisierung, begonnen von unten, für den Respekt gegenüber dem, was ihres ist, sich wiederherstellend, innerhalb und außerhalb von Chiapas, um zu widerstehen und den sogenannten Ronda 2.2 [weitläufiges Territorium das für die Extraktion von Mineralöl vorgesehen ist] über ihr traditionelles Territorium abzulehnen, mit dem die Kapitalisten die Ausrottung der pueblos von Nordchiapas planen.

Wir wissen, dass seit August 2016 die schlechte Regierung, durch das Sekretariat für Energie (SENER), versucht 12 Ölquellen in der Region Zoque zu konzessionieren, zur Extraktion natürlichen Gases und Öls auf insgesamt 84,500 Hektar Boden, welche zu neun Landkreisen gehören und die für die Extraktion natürlichen Gases bestimmt sind, mittels des Raubs, der Zerstörung der Natur und Vertreibung der pueblos.

Angesichts der Bedrohung der Zerstörung von Nasakobajk, wie die Zoquesprache unsere Mutter Erde nennt, konstruieren die pueblos von Nordchiapas neue und alte Formen, fortwährend erneuert und mit ihrem kollektiven Bewusstsein die Projekte des Todes aufzuhalten.

Compañeras, compañeros Zoques, wir sagen euch, dass wir an eurer Seite und den kollektiven Wegen sind, die ihr mit eurem würdigen Kampf, der auch ein Licht in der kapitalistischen Finsternis ist, eröffnet.

Genauso erkennen wir das Licht an, das in derselben Finsternis auch die antikapitalistischen Kämpfe der nicht-indigenen pueblos in den Städten darstellen, welche von der schlechten Regierung verfolgt und unterdrückt werden, wie die unrechtmäßige Inhaftierung des compañero Luis Fernando Sotelo, welcher seit zwei Jahren und sieben Monaten in den kapitalistischen Gefängnissen festgehalten wird, ein Urteil erfüllend, welches zu Beginn 33 Jahre und 5 Monate Gefängnis betrug und dann auf 13 Jahre und 15 Tage zusätzlich der vermeintlichen „Entschädigung“ von etwa 9 Millionen Pesos reduziert wurde.

Wir begrüßen die nationale und internationale Mobilisierung genannt „Luis Fernando Libre [in Freiheit]“, die zum 3. Juli, 10 Uhr vor dem Strafgericht Segundo Tribunal Colegiado en Materie Pedal in Mexiko-Stadt dazu aufruft, die Freiheit des compañero Luis Fernando zu fordern und von der schlechten Regierung zu verlangen, sein Bewusstsein nicht zu kriminalisieren.

Luis Fernando sagen wir, dass wir uns, weiterhin, als eins mit ihm verstehen und nicht aufhören werden seine Freiheit zu fordern. Wir wissen, dass der Feind der gleiche ist und nur mit dem Kampf von unten werden wir die Mauern stürzen die uns aufgezwungen werden.

Hochachtungsvoll

Für die vollständige Wiederherstellung unserer pueblos

Nie wieder ein Mexiko ohne uns

Juni 2017

Nationaler Indígena Kongress

Original auf Enlace Zapatista

Solidarität mit Wixártari – CNI/EZLN

Solidaritätserklärung des Nationalen Indígena Kongress und der EZLN mit den Wixártari, vom 27. Mai 2017.

Solidarität und Unterstützung für den Pueblo hermano (1) Wixárika

An den Pueblo Wixárika

An die Völker der Welt

Versammelt in der konstituierenden Vollversammlung des Indigenen Rates für Mexiko (2), im CICECI-UNITIERRA, Chiapas, sagen wir – indigene Pueblos, naciones, tribus (3), die wir den Congreso Nacional Indígena und den Ejército Zapatista de Liberación Nacional bilden – dem Pueblo Wixárika, dass wir zusammen sind und ihr Schmerz und ihre Wut auch die unseren sind, dass der Weg ihres historischen Kampfes Teil der Hoffnung ist, die wir als Land und als Welt haben.

Wir lehnen ab und verurteilen den feigen Mord an den Compañeros Miguel Vázquez Torres und Agustín Vázquez Torres aus der Wixárika-Gemeinde Waut+a- San Sebastián Teponahuaxtlán, im Bundesstaat Jalisco – begangen am 20. Mai diesen Jahres durch Auftragsmörder der organisierten Kriminalität. Diese könnte nicht existieren ohne die vollkommene Komplizenschaft der schlechten Regierungen auf allen ihren Ebenen, denn der Reichtum des Wixárika-Land wird begehrt von den Mächtigen des Kapitals, das keine Grenzen kennt und seine narco(4)-paramilitärischen Gruppen benutzt, um zu versuchen, eine derart exemplarische Organisierung wie sie die Wixaritari haben, zu demontieren.

Wir wissen, dass sie das niemals erreichen werden; sie haben es nicht geschafft und werden es niemals schaffen, weil das Gewebe, das die Pueblos originarios (5) am Leben erhält, auch die Hoffnung stützt, die wir – zusammen – am Aufbauen sind. Damit eine neue Welt erwächst aus dem Widerstand, der Rebellion und der Entschlossenheit weiterhin zu existieren. Weiterlesen

„Llegó la Hora“ – Indigener Regierungrat

Kommuniqué des Consejo Indígena de Gobierno (CIG, Indigener Regierungsrat) für Mexiko vom 28. Mai 2017, CIDECI-UniTierra, San Christóbal de Las Casas, Chiapas.

DIE STUNDE WAR GEKOMMEN.

An das Volk Mexikos.

An die Völker der Welt.

An die Kommunikationsmedien.

An die Sexta Nacional und Internacional.

Aus der konstituierenden Versammlung des Indigenen Regierungsrates (1), wo wir uns als Pueblos, Comunidades, tribus und naciones (2) des Congreso Nacional Indígena zusammen gefunden haben – als Apache, Amuzgo, Chatino, Chichimeca, Chinanteco, Chol, Chontal de Oaxaca, Chontal de Tabasco, Coca, Cuicateco, Meztizo, Hñähñü, Ñathö, Ñuhhü, Ikoots, Kumiai, Lakota, Mam, Matlazinca, Maya, Mayo, Mazahua, Mazateco, Me`phaa, Mixe, Mixe-Popoluca, Mixteco, Mochó, Nahua oder Mexicano, Nayeri, Popoluca, Purépecha, Q‘ anjob‘ al, Rarámuri, Tének, Tepehua, Tlahuica, Tohono Odham, Tojolabal, Totonaco, Triqui, Tseltal, Tsotsil, Wixárika, Xi‘ iuy, Yaqui, Binniza, Zoque, Akimel O‘ otham, Comkaac – sagen wir der Welt unser dringliches Wort.

DER KRIEG, DEN WIR LEBEN UND DEM WIR UNS ENTGEGENSTELLEN
Wegen der Zuspitzung des kapitalistischen Krieges im gesamten Land gegen jede und jeden befinden wir uns in einem ernsten Moment der Gewalt, der Angst, Trauer und Wut. Wir sehen den Mord an Frauen – weil sie Frauen sind, an Kindern – weil sie Kinder sind;,an Pueblos – weil sie Pueblos sind.

Die politische Klasse beharrte darauf, aus dem Staat ein Unternehmen zu machen, welches das Land, das den Pueblos originarios (3), den bäuerlichen und städtischen Leuten gehört, verkauft, welches die Leute verkauft als wären sie eine Ware, die man als Rohstoff der Drogenkartelle tötet und vergräbt – um sie an die kapitalistischen Unternehmen zu verkaufen, die sie ausbeuten bis sie krank werden oder sterben, um sie in Stücken für den illegalen Organhandel zu verkaufen.

Der Schmerz der Familienangehörigen der Verschwunden gemachten und ihre Entscheidung sie wieder zu finden – trotz dem hartnäckigen Bemühen der Regierungen, diese nicht finden zu lassen – nun, mit ihnen wird auch die Verwesung sichtbar werden, die dieses Land regiert. Weiterlesen