Abschlussworte zur Kritischen Reflexion „Die Mauern des Kapitals, die Risse der Linken“

Redebeitrag des Subcomandante Insurgente Moisés im Rahmen des Seminars ´Die Mauern des Kapitals, die Risse der Linken`, 12.-15. April 2017, CIDECI-Unitierra, San Cristóbal de Las Casas, Chiapas.

ABSCHLUSSWORTE DES SEMINARS ZUR KRITISCHEN REFLEXION „DIE MAUERN DES KAPITAL, DIE RISSE DER LINKEN“

Worte von Suncomandante Insurgente Moisés, Freitag 15. April 2017

Guten Abend.

Danke compañeras und compañeros aus Mexiko und der Welt.

Danke Schwestern und Brüder aus Mexiko und der Welt.

Danke sage ich Ihnen, weil sie große Anstrengung unternommen haben uns zu zuhören in diesen Tagen und hier her zu kommen und wieder zurück zu kehren. Das ist nicht einfach irgendeine Sache.

Wir, die Redner*innen, haben viel gesagt, es liegt an Ihnen auszusieben, was Ihnen nützt, um sich zu organisieren, zu arbeiten und zu kämpfen, dort, wo Sie wohnen.

Wir möchten Ihnen gegenüber nur betonen, dass der Kapitalismus die Welt in seine Fincas [dt. Großgrundbesitz] verwandeln wird.

Das bedeutet, dass wir, die Armen dieser Welt, uns organisieren, kämpfen und arbeiten müssen.

Wir haben schon gesehen, wir haben schon verstanden und haben bereits gesagt, so viele Male, was der Kapitalismus mit uns macht, in unseren Dörfern, wo jede*r wohnt, bzw. in dem Land, in dem wir leben, bzw. auf dem Kontinent, wo wir sind.

Heute haben wir entdeckt, was der Kapitalismus verborgen hielt, darüber, was mit uns geschehen wird, und wir entdeckten sogar den Namen dafür – sie wissen bereits, wie sie es nennen werden und sagen „die Welt ist meine Finca“ und in ihr habe ich und werde ich meine Sklaven haben.

Das sagt uns, dass wir arme Menschen darüber nachdenken sollten, wie wir uns organisieren, arbeiten und kämpfen, als Behüter*innen der Welt, die wir sind und „Nein“ zum Kapitalismus sagen.
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¡Zapatismo Actuál! – Veranstaltungen in Bremen & Kassel

Die Rebellion der Zapatistischen Befreiungsbewegung in Chiapas/Mexiko

Info- und Diskussionsveranstaltung zu den neuesten Entwicklungen in Chiapas und Mexiko mit Luz Kerkeling von der Gruppe B.A.S.T.A. Münster.

 

Termin Bremen

Wann: Dienstag, 16. Mai 2017, 19.30 Uhr
Ort: Paradox, Bernhardstr. 12, 28203 Bremen

 

 

 

 

 

Termin Kassel

Wann: Freitag, 19. Mai 2017, 20 Uhr
Wo: Café DesAsta, Arnold-Bode-Straße 6, Kassel

Veranstaltung Black Friday der FDA-IFA, mit einer ehemaligen Menschenrechtsbeobachterin und Luz Kerkeling für B.A.S.T.A. Münster

 

 

Es ist nicht notwendig, die Welt zu erobern, es reicht, sie neu zu erschaffen. Heute. Durch uns.“

1994 erkämpften sich die Zapatist@s, eine Bevölkerungsgruppe im südmexikanischen Bundesland, ihre Ländereien zurück, die ihnen zuvor u.a. durch das NAFTA-Abkommen zwischen Mexiko, USA und Kanada genommen worden sind. Seitdem haben die Zapatist@s eine basisdemokratische Struktur aufgebaut, in der sie fernab vom Staat ihr Leben organisieren. Sie haben autonome Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen, Wohnräume und Arbeitsmöglichkeiten errichtet.
Weiterhin werden die Zapatist@s von den staatlichen Behörden nicht akzeptiert und werden von paramilitärischen Gruppen angegriffen. Dennoch gibt es weltweit Menschen,die mit den Zapatist@s solidarisch sind.

Darüber hinaus mithilfe der Menschenrechtsbeobachtung bei den Zapatist@s die Zahl der paramilitärischen Angriffe verringert werden. Eine ehemalige Menschenrechtsbeobachterin stellt zu Beginn der Veranstaltung kurz ihre Eindrücke dar.
Nach dieser kurzen Einführung stellt Luz Kerkeling die aktuellen Ereignissen bei den Indigenen und Zapatist@s vor. Es geht um die emanzipatorischen Autonomieprozesse und die Frage, welche Schwierigkeiten und Fortschritte es diesbezüglich gibt. Des Weiteren geht er der Frage nach, welche Vorschläge die Zapatist@s einbringen, um Menschen und Umwelt eine solidarisch-ökologische Perspektive zu bieten.

Darüber hinaus unterstützt die EZLN die parteilose Präsident*innenschaftskandidatur einer Frau des Indigenen Kongresses CNI. Hier gibt Luz Kerkeling einen Einblick in deren Diskurse. Des Weiteren stellt er Grundzüge des neu erschienen Buches der EZLN „Das kritische Denken angesichts der kapitalistischen Hydra“ vor. Daran anlehnend stellt sich die Frage, inwieweit die Debatten und Praktiken der Zapatist@s die außerparlamentarischen linken Organisationsprozesse in Europa und weltweit inspirieren könnten.*

* Der Ankündigung der FDA-IFA entnommen

 

´Lektionen globalisierter Geografien und Kalender`- SupGaleano

Redebeitrag des Subcomandante Insurgente Galeano im Rahmen des Seminars ´Die Mauern des Kapitals, die Risse der Linken`, 12.-15. April 2017, CIDECI-Unitierra, San Cristóbal de Las Casas, Chiapas.

Lektionen globalisierter Geografien und Kalender.

14. April 2017

Nichts hat sich verändert“, sagen sie.

In Chiapas geht es den Indígenas genauso oder schlechter als vor der zapatistischen Erhebung“, wiederholen die Profitmedien, jede wie es ihr Aufseher ihnen vorgibt.

Vor 23 Jahren kam „humanitäre Hilfe“ aus verschiedenen Teilen der Erde. Wir, die zapatistischen Indígenas verstanden dann, dass es keine Almosen waren, was sie uns schickten, sondern Unterstützung für den Widerstand und die Rebellion. Anstatt alles zu verschlingen oder zu verkaufen, wie es die Partidistas [Anmk.: Anhänger*innen einer offiziellen politischen Partei] tun, haben wir mit dieser Hilfe Schulen, Krankenhäuser, Projekte für die Selbstverwaltung errichtet. Stück für Stück und nicht ohne Probleme, Schwierigkeiten und Fehler, errichteten wir die materielle Basis für unsere Freiheit.

Gestern haben wir den Subcomandante Insurgente Moisés uns sagen hören, dass die zapatistischen Indígenagemeinden sich organisiert haben, nicht um Hilfe zu erbeten, sondern um anderen Menschen zu helfen, in einem anderen Land, mit anderer Sprache und Kultur, mit anderen Gesichtern, mit anderer Art, damit sie Widerstand leisten. Er hat uns von dem folgenden Prozess erzählt, um es zu erfüllen. Jede*r die/der seine Worte gehört hat, kann sagen, und sie/er würde sich nicht irren, dass das, was man in diesem langen Weg, von der Kaffeepflanze bis zu diesen Kilos verpackten Kaffees, sieht, eine Konstante ist: Organisierung.

Aber kehren wir zurück zu 1994-1996.

So wie Frauen, Männer und otroas [Anmk.: zapatistische Form des genderns für ´Andere*`] aus verschiedenen Winkeln Mexikos und der Erde kamen, verstanden wir Zapatistas, dass es, in diesem Kalender, keine spezielle Geografie war, die uns die Hand und das Herz reicht.

Es war nicht die europäische Überheblichkeit, die mit den armen kleinen Indios [im Original inditos] Mitleid hatte, die sie, vergebens, Jahrhunderte zuvor ausrotten wollte.

Es war das Europa von unten, das rebellische, das, welches, ungeachtet seiner Größe, Tag für Tag kämpft. Jenes, dass uns sagte, mit seiner Hilfe, „gebt nicht auf“.

Es war nicht der aufgebrachte und brutale Norden der Regierung und Macht, versteckt hinter der Fahne mit den Querstreifen und undurchsichtigen Sternen, der, der Menschlichkeit simulierend, Brosamen schickt.

Es war die Latino- und Anglo-Gemeinschaft, die ihre Kultur und Art verteidigt, die Widerstand leistet und kämpft, die sich nicht von der Droge des „Amerikanischen Traums“ verdummen lässt, die uns unterstützte während sie murmelte „verkauft euch nicht“. Weiterlesen

5 Jahre Kaffeekollektiv Aroma Zapatista

Zum 5-jährigen Jubiläum lädt das Kaffeekollektiv Aroma Zapatista ein, am 14. Mai 2017.

Beginn 14 Uhr (Kaffee & Kuchen)
15-16 Uhr Kinderprogramm mit Piñata, Puppentheater und Kinderschminken;
d
anach Quiz, Abendessen von und mit der „Bratbrigade“ und eine Mezcal-Verkostung.
19 Uhr das abendliche Highlight: Humorvolle, politische Straßenmusik unplugged mit dem Trio Hörzu!

Ort: Veringstraße 11, 21107 Hamburg-Wilhelmsburg

Infos zum Kaffekollektiv Aroma Zapatista

Ja’un ta yan balumil – Politische Bildungsreise nach Chiapas

Ja’un ta yan balumil. Ser internacionalista. Von anderer Welt.

Politische Bildungsreise nach Chiapas, Mexiko – Vorbereitungsseminare im Mai

Wir organisieren im Herbst diesen Jahres einen ca. fünfwöchigen Studien-Praxis-Aufenthalt nach Chiapas, Mexiko, der zum Ziel hat den zapatistischen Widerstand kennenzulernen und zu unterstützen. Wir möchten den direkten Austausch mit den Zapatistas stärken und ihre autonomen Organisierungsformen konkret erfahrbar machen. Die Teilnehmenden werden im Caracol von Oventik in den Altos de Chiapas an einer zapatistischen Sprachschule einen Spanisch- oder TsotsilSprachkurs besuchen, die zapatistische Autonomie in ihren Strukturen kennenlernen und sich an praktischen Kollektiv-Arbeiten beteiligen. Zudem werden wir weitere Orte des indigenen Widerstands besuchen und uns mit der Kosmovision der Mayas beschäftigen.

Das Projekt ist auf Wunsch und in Absprache mit den zapatistischen Bildungspromotor*innen im Caracol von Oventik entstanden und von diesen ausdrücklich gewollt. Neben der direkten finanziellen Unterstützung ihrer autonomen Struktur durch die Sprachkursgebühren geht es um einen gegenseitigen Austausch mit den Zapatistas. Das Prinzip der Gegenseitigkeit gehört zu unserem Selbstverständnis.

Umrahmt wird der Aufenthalt vor Ort von zwei Vorbereitungsseminaren in Deutschland und dem Weitertragen der gemachten Erfahrungen in Form einer Info-Karawane durch Deutschland. In einem kollektiven Reflexionsprozess soll nach Verbindungspunkten zwischen dort und hier gesucht werden.

Am Projekt teilnehmen können alle mit Interesse an und/oder Erfahrung in praktischem Internationalismus und/oder alternativen, kollektiven Strukturen. Ganz bewusst möchten wir, dass jüngere wie ältere Menschen teilnehmen und individuelle ökonomische Ressourcen kein Ausschlusskriterium darstellen müssen. Wir werden versuchen, in einem kollektiven Prozess nach gemeinsamen Finanzierungsmöglichkeiten für alle zu suchen.

Daten und Fakten:
Aufenthalt in Chiapas: 6.9.- 8.10.2017
Vorbereitungsseminare: 26.-28.5. und 21.-23.7.2017
Kosten (ohne Flug): ca. 1200,- € (2/3 dieses Betrags gehen direkt an das autonome zapatistische Bildungssystem)

Anmeldung: bis spätestens 15.5.2017 an: balumil[at]gmx.com

Weitere Infos: http://balumil.blogsport.de

Herzlichst,
colectivo gata-gata.

Buch zur Caravana Mesoamericana Para el Buen Vivir – Spendenaufruf

*Mesoamerika erhebt sich: ein Buch von den Widerständen, für die Widerstände*

„Von den Standing Rock Sioux bis zu den Mapuches, überall erheben sich die indigenen Gemeinschaften, um ihr Land und Wasser gegen extraktive Projekte wie Minen, Gasodukte und Staudämme zu verteidigen.“

Ein Buch, in dem die Stimmen und Erfahrungen der Menschen aus den 17 Gemeinden von Mexiko bis Costa Rica, zu Wort kommen, mit denen wir uns während der „Karawane Mesoamerika für ein Gutes Leben der Menschen im Widerstand“ ausgetauscht haben. Schwerpunkte werden die Strategien von Regierungen und Firmen sein, um ihre Interessen durchzusetzen, aber auch die Strategien des Widerstandes sowie praktische Anleitungen für sachgerechte Technologien u.v.m.

Um die Druckkosten zusammenzubekommen und das Buch kostenlos an die widerständigen Gemeinden geben zu können, haben wir eine Crowdfundingkampagne gestartet. Bisher sind von den benötigten 5.800$, 178$ zusammengekommen.

https://www.generosity.com/community-fundraising/mesoamerica-rising-mesoamerica-se-levanta–2

In den nächsten Wochen geben wir Euch anhand von kurzen Videos Einblicke in den Inhalt unseres Buches, es geht los mit dem Widerstand in Amilcingo, Mexiko:

 

Auf der Spendenplattform kann mit Kreditkarte gespendet werden, wer keine hat, kann auch an folgendes Konto spenden:

ARGE RECHTSHILFEFONDS MITTEL- AMERIKA
IBAN: DE83 3305 0000 0000 9171 79
BIC: WUPSDE33XXX
Stichwort: Karawane Mesoamerika

Wir freuen uns über jede Unterstützung und Weiterverbreitung der Kampagne!
Vielen Dank!

Kollektive in Aktion

https://caravanaparaelbuenvivir.org/

¡Libertad de Expresión!

3. Mai – Internationaler Tag der Pressefreiheit

Mexiko gilt als eines der unsichersten Länder für Medienschaffende. Bereits sieben Journalist*innen wurden im Jahr 2017 ermordet.

  • Filiberto Álvarez Landeros, 65 Jahre, Journalist und Moderator des Radiosenders La Señal de Jojutla, wurde in der Nacht des 29. April von Auftragsmördern auf einer Straße in Tlaquiltenango, Morelos, umgebracht.

  • Juan José Roldán Ávila, 36 Jahre, Korrespondent und Aktivist für LGBTIQ-Rechte, wurde am 16. April in Calpulalpan, Tlaxcala, umgebracht, wie die Union der Journalist*innen des Bundesstaates (UPET) meldeten. Sein Körper wies Spuren von Folter auf.

  • Maximino Rodríguez Palacios, 73 Jahre, Reporter der Polizeisektion des Blogs Colectivo Pericú aus Baja California Sur, wurde durch Schüsse am 14. April in La Paz, in Begleitung seiner körperlich beeinträchtigten Ehefrau Raquel Romo Medina, nahe einem Einkaufszentrum umgebracht.

  • Miroslava Breach Veducea, 54 Jahre, Korrespondentin der Tageszeitung La Jornada in Chihuahua, wurde am 23. März, als sie ihren Sohn zur Schule brachte, umgebracht. Laut den mexikanischen Pressevertreter*innen (Felap-México, Fapermex y otras organizaciones), war dies der 264. Mord, begangen durch die Feinde der Presse- und Meinungsfreiheit und ihre Handlanger. Miroslava ist die 24. getötete Journalistin im selben Zeitraum. Darüber hinaus gibt es 26 Fälle gewaltsamen Verschwindenlassens ohne Aufklärung.

  • Ricardo Monlui Cabrera, 57 Jahre, Direktor von El Político, Kolumnist der Lokalzeitschriften El Sol de Córdoba und Diario de Xalapa, und Präsident der Asociación de Periodistas y Reporteros Gráficos de Córdoba (Vereinigung der Journalisten und Bildreporter von Córdoba), wurde durch Schüsse am 19. März in Yanga, Veracruz, in Anwesenheit seiner Familie, umgebracht.

  • Cecilio Pineda Birto, 39 Jahre, Direktor der Tageszeitung La Voz de la Tierra Caliente und Mitarbeiter der Zeitung El Universal, wurde am 2. März in Ciudad Altamirano, Tierra Caliente, im Bundesstaat Guerrero, umgebracht.

  • Carlos Alberto García Martínez, 41 Jahre, Sportchronist, Moderator und Vertriebsadministrator von Radiorama Colima, wurde am 20. Februar im Landkreis Tecomán, Colima, zusammen mit seinem Freund Hernán García Carranza, 18 Jahre, umgebracht.

Quelle: Desinformémonos