Veranstaltung Hamburg, 5. Januar: ¡Otro Mundo es posible!

¡Otro Mundo es posible! / Eine andere Welt ist möglich! – 24 Jahre basisdemokratische Selbstverwaltung der Zapatistas

Vortrag und Diskussion – Freitag, 5. Januar 2018, ab 20 Uhr

Seit mittlerweile 24 Jahren organisieren die Zapatistas ihr Zusammenleben unabhängig vom mexikanischen Staat und auf Basis von Gleichberechtigung, Basisdemokratie und Solidarität. Die indigen-kleinbäuerliche Massenbewegung hat seit ihrem Aufstand am 1.1.1994 in ihren Gemeinden im mexikanischen Bundesstaat Chiapas eine umfassende Gesellschaftsalternative aufgebaut – inklusive eigener Schul-, Gesundheits- und Verwaltungsstrukturen. Durch diesen Organisierungsprozess ist es zehntausenden Menschen gelungen, ihre eigenen Lebensbedingung entscheidend zu verbessern, Widerstand gegen kapitalistische, koloniale und rassistische Machtstrukturen zu leisten sowie interne sexistische Strukturen aufzubrechen. Wir vom Kaffeekollektiv Aroma Zapatista arbeiten von Wilhelmsburg aus mit zapatistischen Kaffeekooperativen und Verwaltungsstrukturen zusammen. In der Veranstaltung wollen wir euch die Zapatistas und unsere Zusammenarbeit mit ihnen näher bringen. Anschließend wollen wir gemeinsam diskutieren, inwieweit die zapatistische Organisierung Anregungen für Organisierungsprozesse in Hamburg bereithält.

Im Anschluss findet wie jeden ersten Freitag im Monat wieder die 129bar-Kneipe im Infoladen statt, mit großer Getränkeauswahl zu kleinen Preisen, aufgelegter Mukke und Dart. Diesmal ist die Kneipe Rauchfrei.

Quelle: Infoladen Wilhelmsburg

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EZLN: Internationales Treffen der Frauen

AUFRUF ZUM ERSTEN INTERNATIONALEN POLITISCHEN, KÜNSTLERISCHEN, SPORTLICHEN UND KULTURELLEN TREFFEN DER FRAUEN, DIE KÄMPFEN

Kommuniqué des Geheimen Revolutionären Indigenen Komitee – Generalkommandantur des Ejército Zapatista de Liberación Nacional EZLN.

Mexiko.
29. Dezember 2017.

An die Frauen Mexikos und der Welt.

An die Mujeres originarios (1) Mexikos und der Welt. An die Frauen des Indigenen Regierungsrats. (2)

An die Frauen des Congreso Nacional Indígena. (3) An die Frauen der Sexta nacional und internacional.

Compañeras, Schwestern,

Wir grüßen Euch mit Respekt und Zuneigung als Frauen, die wir sind; als Frauen, die kämpfen, Widerstand leisten und rebellieren gegen das machistische und patriarchale kapitalistische System.

Wir wissen gut, dass das schlechte System uns nicht nur als menschliche Wesen ausbeutet, unterdrückt, beraubt und verachtet; es unterdrückt, beraubt, verachtet und beutet uns auch zusätzlich als Frauen, die wir sind, aus.

Jetzt wissen wir darum, da es jetzt noch schlimmer steht, denn nun ermorden sie uns weltweit. Die Mörder – die immer das System mit seinem Macho-Gesicht darstellen – regt es nicht weiter auf, dass sie uns umbringen. Sie werden dafür von Polizisten, Richtern, Medien, den schlechten Regierungen – all denjenigen dort oben, die auf Kosten unserer Schmerzen das sind, was sie sind – gedeckt, unkenntlich gemacht – bis hin zu – belohnt.

Wie auch immer, wir haben jedoch keine Angst – oder wir haben Angst, können aber diese kontrollieren – und wir geben nicht auf, wir verkaufen uns nicht und lassen nicht nach.

Somit – wenn du eine Frau bist, die kämpft, die nicht mit dem einverstanden ist, was sie uns als Frauen, die wir sind, tun; wenn du keine Angst hast, wenn du Angst hast, sie jedoch kontrollierst – nun, dann laden wir dich ein, uns zu treffen, uns zu sprechen, uns gegenseitig zuzuhören – als Frauen, die wir sind. Weiterlesen

Kommuniqué La Sexta Bachajón zur Situation in Chiapas

Compañeros und compañeras, wir teilen mit euch unser Kommuniqué zur Teilnahme am Jahrestag des Ejido Tila zu zwei Jahren seiner Selbstregierung.

EJIDO SAN SEBASTIÁN BACHAJÓN ANGEHÖRIGE DER SECHSTEN ERKLÄRUNG AUS DER SELVA LACANDONA, CHIAPAS, MEXIKO, AM 16. DEZEMBER 2017.

An das Geheime Revolutionäre Indigene Komitee – Generalkommandantur der EZLN
An die Räte der Guten Regierung
An den Nationalen Indígena Kongress
An die compañer@s Angehörigen der Sechsten Erklärung aus der Selva Lacandona von Mexiko und der Welt
An die alternativen und Massenmedien
An das Red contra la Represión y por la Solidaridad
An das Movimiento de Justicia por el Barrio Nueva York
An die nationalen und internationalen Menschenrechtsverteidiger*innen
An die Bevölkerung Mexikos und der Welt

Compañeros und compañeras, erhaltet einen kämpferischen Gruß von unserer Organisation und pueblos im Widerstand der Angehörigen der Sechsten Erklärung des Ejido San Sebastián Bachajón, Chiapas.

Im Augenblick, dem 2. Geburtstag der Selbstregierung des Ejido Tila, sind wir auf dem Weg, welcher der selbe ist, wie der unserer pueblos von Bachajón, ein Kampf der gegen den Raub der ejidalen Ländereien, gegen die Zerstörung der natürlichen Reichtümer ist, und wir wollen den compañeros Angehörigen der Sexta des Ejido Tila sagen, dass wir ihren Kampf bewundern, nicht zu erlauben, dass die schlechte Regierung die indigenen Ländereien missbraucht, und sie nach 20 Jahren der Enteignung die ejidalen Ländereien wiedergewonnen haben, und somit einen weiteren Schritt im Kampf gemacht haben, einem endlosen Kampf, der jeden Tag wachsen wird, durch die Würde des pueblos, mit der Solidarität der Organisationen, die dem Nationalen Indígena Kongress angehören und den unabhängigen Organisationen, die sich angeschlossen haben und die Stimme erheben und die Enteignungen der indigenen Ländereien verurteilen. Weiterlesen

Informationen der Beobachtungsbrigade in Chalchihuitán

Seitdem am 24. und 25. November 2017 mindestens 5.323 Menschen in den Regionen Chalchihuitán und Chenalhó gewaltsamen vertrieben wurden, spitzt sich die Lage im Hochland von Chiapas weiter zu. Dies berichtet eine Beobachtungs- und Dokumentationsmission zivilgesellschaftlicher Organisationen aus Chiapas, die am 9. und 10. Dezember Interviews mit vertriebenen Familien und Gemeindebehörden durchführte.

Die Vertreibung erfolgte durch bewaffnete Milizen, die laut Zeug*innenaussagen im gesamten Gebiet offen operieren. Die betroffene Region ist bekannt für ihre anhaltende Straflosigkeit, massive Menschenrechtsverletzungen und einen staatlichen Schutz für Paramilitärs.

Derzeit liegen die Temperaturen in der Region rund um den Gefrierpunkt, was das Überleben in den improvisierten Unterkünften in den Bergen extrem erschwert. Die Dokumentationsmission berichtet von zahlreichen Menschen, die keine den Temperaturen angemessene Kleidung haben und warnt ausdrücklich vor der akuten humanitären Krise in der Region. Viele Menschen erkranken an den Folgen von Hunger und Kälte, es gibt keinerlei Medikamente und viel zu wenig Nahrung. Die von staatlicher Seite gestellten Lebensmittel entsprechen so wenig den Essgewohnheiten der Vertriebenen, dass sie zu Verdauungsproblemen führen und das Überleben zusätzlich erschweren. Die Vertriebenen benötigen dringend gesunde Lebensmittel, Medikamente und medizinische Versorgung.
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Angriff auf Sexta von Bachajón

Am 10. Dezember 2017 informierten Angehörige der Sexta Bachajón über einen Angriff mit Schusswaffen auf einige compañeros im Ejido San Sebastián Bachajón, Chiapas.

 

Compañeros und compañeras, hiermit informieren wir euch über den Angriff mit Feuerwaffen auf unseren compañero angehörigen der Sexta des Ejido Bachajón Felipe Jiménez Moreno in seinem Haus. Er ist schwer verletzt und befindet sich im Krankenhaus in Palenque, Chiapas. Er erhielt vier Schüsse in seinem Körper, gemeinsam mit anderen compañeros, die brutal angegriffen wurden.

Dies hat sich am 9. Dezember etwa gegen 19.30 Uhr zugetragen. Die compañeros wurden mit Schüssen angegriffen, durch Carlos Jiménez Vázquez und seinem Sohn Luis Jiménez Hernández. Compañeros angehörige der Sexta versammelten sich, um das Haus unseres compañero [Felipe Jiménez Moreno] zu schützen, denn nach dem Vorfall schüchterte Carlos Jiménez Vázquez [einer der Angreifer] sie mit einer großkalibrigen Schusswaffe ein. Aber heute Morgen [10. Dezember 2017] kamen zwei Transporter der bundesstaatlichen Polizei, aber nicht, um die Verantwortlichen des Vorfalls festzunehmen, sondern sie setzten Tränengas gegen unsere compañeros, die das Haus beschützen, ein.

Wir machen die Regierung des Bundesstaates für die Aggressionen gegen unsere compañeros verantwortlich. Als Angehörige der Sexta suchen wir keine Provokationen; sie kamen und provozierten und wir können nichts gegen die Verantwortlichen unternehmen, denn sie haben eine Vereinbarung mit der Regierung. Carlos Jiménez Vázquez ist ein Paramilitär, Anhänger der Regierungspartei PRI, im Ejido Bachajón, deshalb wird nichts gegen ihn unternommen, da er Rückendeckung durch die Regierung des Bundesstaates [Partido Verde] hat.

Diese Feiglinge glauben uns mit Kugeln zum Schweigen zu bringen, doch jede Aggression und Bedrohung macht uns stärker.

Wir bitten um eure Unterstützung diese Information zu verbreiten.

Aus der nördlichen Zone des Bundesstaates Chiapas senden wir kämpferische Grüße.

 

Quelle: La Sexta Ejido Bachajón (Facebook)

Neue Tierra y Libertad erschienen

Ab sofort ist die neue Ausgabe der »Tierra y Libertad« Nr. 78 (Zeitschrift für Solidarität und Rebellion vom Ya-Basta-Netz) erhältlich!

Mit Beiträgen zur Organisierungsoffensive des Nationalen Indígena Kongress (CNI) mit dem Indigenen Regierungsrat (CIG) und seiner Sprecherin Marichuy; Interview mit dem Menschenrechtszentrum ´Digna Ochoa`, das in der von Erdbeben betroffenen Küstenregion von Chiapas arbeitet; dem internationalistischen Bildungsprojekt Balumil, sowie zu Honduras, Kolumbien u.v.m.

 

Bestellungen an: abolandundfreiheit@riseup.net
Homepage Tierra y Libertad

 

Konflikteskalation in Chiapas

Der Konflikt, der zur gewaltsamen Vertreibung von über 5.000 Personen im Hochland von Chiapas geführt hat, besteht schon seit Jahrzehnten.

Seit dem 13. November 2017 wurden mindestens 5.023 Personen aus neun Gemeinden (siehe Liste im Bild oben) durch bewaffnete Gruppierungen im Hochland von Chiapas vertrieben. Bei den Auseinandersetzungen geht es um den Grenzverlauf zwischen den Ortschaften Chenalhó und dem Nachbarbezirk Chalchihuitán. Konflikte um Territorium sind im dichtbesiedelten Hochland von Chiapas die häufigste Ursache für gewaltsame Auseinandersetzungen.

Im Dezember 1997 kam es im Bezirk Chenalhó zum Massaker an den pazifistisch organisierten Las Abejas, wobei 45 Menschen in dem Ort Acteal durch Paramilitärs getötet wurden. Die Verantwortlichen wurden nie zur Rechenschaft gezogen, einige ausführenden Täter nur kurzweilig inhaftiert und die paramilitärischen Strukturen in der Region nie aufgelöst, ebensowenig die Territorialkonflikte.

Menschenrechtsorganisationen sprechen von einer Humanitären Krise und warnen vor einer weiteren Eskalation der Konflikte in der Region.

Weitere Infos:

Artikel (dt.) von Amerika21
Artikel (dt.) von Blickpunkt Lateinamerika