Gemeinsame Erklärung eines Teils des Europa von unten und der EZLN – 1. Januar 2021

Erster Teil: EINE ERKLÄRUNG … FÜR DAS LEBEN.

Erster Januar 2021.

AN DIE PUEBLOS, DIE VÖLKER DER WELT.
AN DIE MENSCHEN, DIE IN DEN FÜNF KONTINENTEN KÄMPFEN.

GESCHWISTER UND COMPAÑER@S,

Während dieser letzten Monate haben wir mit unterschiedlichen Mitteln den Kontakt zueinander hergestellt. Wir sind Frauen, Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, Transvestiten, Transsexuelle, Intersexuelle, Queers und mehr, Männer, Gruppen, Kollektive, Vereinigungen, Organisationen, soziale Bewegungen, Pueblos originarios/ursprüngliche Völker, Stadtteil- Zusammenschlüsse, Gemeinden und ein langes Etcetera, das uns Identität gibt.

Uns unterscheiden und uns entfernen von einander: Erden, Himmel, Berge, Täler, Steppen, Dschungel, Wüsten, Ozeane, Seen, Flüsse, Bäche, Lagunen, Ethnien, Kulturen, Sprachen, Geschichten, Alter, Geographien, sexuelle Identitäten und Nicht-Identitäten, Wurzeln, Grenzen, Organisierungsformen, soziale Klassen, Kaufkraft, gesellschaftliche Stellung, Ruhm, Popularität, followers, likes, Währungen, Schulbildung, Art und Weisen zu sein, Arbeiten, Stärken, Schwächen, die Pro, Contra, Aber, Trotzdem – Rivalitäten, Feindschaften, Konzeptionen, Argumentationen, Gegenargumentationen, Debatten, Streitigkeiten, Anzeigen, Beschuldigungen, Verachtungen, Phobien, Vorlieben, Lobpreisungen, Ablehnungen, Pfeifkonzerte, Applaudieren, Gottheiten, Dämonen, Dogmen, Ketzereien, Gefallen, Missfallen, Modi – und ein langes Etcetera, das uns unterschiedlich macht und – nicht selten – gegensätzlich.

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4. FESTIVAL DE CINE ZAPATISTA

4. FESTIVAL DE CINE ZAPATISTA
»… Dass die Herzen tanzen – Que bailen los Corazones …«

Fr., 20. & Sa., 21. November 2020

Beginn: 18 Uhr MEZ / 11 Uhr CST
Inicio: 11 a.m. CST / 6 p.m. MEZ

Im Welten-Raum – Virtual

Mehr Informationen zum Festival de Cine Zapatista: https://tresgatas.blackblogs.org/aktuelles/4-festival-de-cine-zapatista/

Für das Leben – Zapatistas bereisen die 5 Kontinente »Sechstens. Folgendes haben wir entschieden:
Dass es wieder Zeit ist, dass die Herzen tanzen,
und dass ihre Musik und ihre Schritte nicht
die des Bedauerns und der Resignation sind.
Dass verschiedene zapatistische Delegationen,
Männer, Frauen und AnderE der Farbe unserer Erde,
die Welt bereisen werden, wir werden gehen oder segeln,
hin zu weit entfernten Ländern, Meeren und Himmeln.
Wir werden keine Differenzen suchen, keine Überlegenheit,
keine Konfrontation, noch viel weniger Vergebung und Mitleid.
Wir werden das finden, was uns zu Gleichen macht.«
(EZLN 5.10.2020)

Weitere Infos auf dem 3 gatas Blog

EZLN: Vierter Teil – Erinnerung an das, was kommen wird

Vierter Teil: ERINNERUNG AN DAS, WAS KOMMEN WIRD

Oktober 2020.

Vor 35 Oktober.
Der Alte Antonio betrachtet das Lagerfeuer, das dem Regen widersteht. Unter seinem tropfenden Strohhut zündet er seine aus Maisblättern gedreht Zigarette mit einem kokelnden Holzscheit an. Das Feuer brennt weiter, manchmal versteckt es sich jedoch unter den Scheiten. Der Wind hilft. Mit einer Brise belebt er die Glut der Äste, die mit einem heftigen Rot erneut entflammen.

Das Camp mit Namen »Watapil« befindet sich in der Sierra, die »Silberkreuz« genannt wird und sich erstreckt zwischen den Flüssen Jataté und Perlas. Das Jahr 1985 schreitet voran und der Oktober empfängt die Gruppe mit einem Unwetter, das derart ihre Zukunft vorauszusagen scheint. Der »Hohe Mandelbaum« (wie später die Aufständischen diesen Berg nennen werden) schaut mitfühlend auf diese kleine, winzige, unbedeutende Handvoll an Frauen und Männern, die sich an seinem Fuß befindet. Abgezehrte Gesichter, verdorrte Haut, glänzende Augen (vielleicht aus Fieber, Hartnäckigkeit, Angst, Begeisterung, Hunger, Schlafmangel), die schwarze und braune Kleidung zerfetzt, die Stiefel verunstaltet durch Stricke, die versuchen die Schuhsohle an ihrem Platz zu halten.

Pausiert, leise, gerade noch hörbar im Unwettergetöse sprach der Alte Antonio zu ihnen, wie als würde er zu sich selbst sprechen:
Der Befehlsgeber wird erneut zu denjenigen kommen, die von der Farbe der Erde sind. Um ihnen sein hartes Wort aufzuzwingen; sein Vernunft mordendes ICH; sein Bestechungsgeld als Almosen verkleidet.

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EZLN: Der Blick und die Distanz zur Tür

Kommuniqué der EZLN – Subcomandante Insurgente Galeano – vom 09. Oktober 2020.

Fünfter Teil: DER BLICK UND DIE DISTANZ ZUR TÜR.

Oktober 2020.

Nehmen wir mal an, es ist beispielsweise möglich, den Blick zu wählen. Nehmen wir einmal an, Sie könnten sich, und wenn es nur für einen Moment ist, von der Tyrannei der Sozialen Netzwerke freimachen – die nicht nur bestimmen, was gesehen wird und von was gesprochen wird, sondern auch auf welche Weise gesehen und gesprochen wird. Nehmen wir somit an, Sie würden Ihren Blick heben. Weiter nach oben: vom Nächstgelegenen zum Lokalen, Regionalen bis hin zum Landes- und Weltweiten. Sehen Sie es? Ja, sicherlich: ein Chaos, ein Wirrwarr, ein Durcheinander.

Somit nehmen wir an, Sie sind ein menschliches Wesen. Wow! Sie sind keine digitale App, die rasch sieht, klassifiziert, hierarchisiert, urteilt und sanktioniert. Sie wählen somit aus, was zu betrachten … und wie zu betrachten ist. Es könnte sein – das ist eine Annahme – betrachten und urteilen, bedeuteten nicht dasselbe. Und somit würden Sie nicht nur wählen, sondern auch entscheiden, die Frage: »Das da, ist das gut oder schlecht?« zu ändern in: »Das da, was ist das?« Na klar, die erste Frage führt zu einer gesalzenen Debatte (Gibt es heutzutage noch Debatten?), zu: »Das ist gut – oder: Das ist schlecht – weil ich das sage.« Oder vielleicht entsteht eine Diskussion über: Was ist das Gute und das Böse? und führt zu Argumentationen und zu Zitaten mit Fußnote. Sicherlich, Sie haben recht, das ist besser als auf »likes« und »Däumchen hoch« zu verfallen. Ich habe Ihnen jedoch vorgeschlagen, den Ausgangspunkt zu ändern: das Ziel Ihres Blicks zu wählen.

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Kommuniqué EZLN: 6. Teil: Ein Berg auf Hoher See

KOMMUNIQUÉ DES GEHEIMEN REVOLUTIONÄREN INDIGENEN KOMITEES – GENERALKOMMANDANTUR DER ZAPATISTISCHEN ARMEE DER NATIONALEN BEFREIUNG

MEXIKO

5. Oktober 2020

An den Nationalen Indigenen Kongress – Indigener Regierungsrat
An die Nationale und Internationale Sexta
An die Netzwerke des Widerstandes und der Rebellion
An die ehrlichen Menschen, die an allen Ecken und Enden des Planten widerstehen

Schwester, Bruder, hermanoas,
Compañeras, compañeros y compañeroas:

Die Originalvölker mit Mayawurzeln und ZapatistInnen grüßen Euch und wir werden Euch unser gemeinsame Gedanken darlegen, in Anbetracht dessen was wir sehen, hören und fühlen.

Erstens: wir erblicken und hören eine Welt, deren soziales Leben krank ist, zersplittert in Millionen von Personen die sich fremd sind, krampfhaft um das individuelle Überleben bemüht, aber vereint unter der Unterdrückung eines Systems, welches zu allem bereit ist um seinen Durst nach Gewinn zu stillen, obwohl klar ist, dass dieser Weg der Existenz des Planeten Erde zuwiderläuft.

Die Verirrung des Systems und seine dumme Verteidigung des ´Fortschritts´ und der ´Modernität´ zerschellt an einer kriminellen Realität: die Femizide. Der Mord von Frauen hat weder eine Farbe noch eine Nationalität, er ist weltweit. Wenn es absurd und irrational ist, dass jemand wegen seiner Hautfarbe, seiner Rasse, seiner Kultur, seines Glaubens, verfolgt, ermordet oder zum Verschwinden gebracht wird, ist es unglaublich, dass die Tatsache, dass jemand eine Frau ist gleichbedeutend mit dem Todesurteil oder Marginalisierung ist.

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Veranstaltungen: Autonomía Zapatista

Balumil-Tour 2020

»Eine andere Welt ist möglich (und dringlich) – eine Welt, in die viele Welten passen!«

Gespräche und Diskussionen über die aktuelle Situation in den zapatistischen Gebieten, wie die Zapatistas die Ausweitung ihrer Autonomie geschaffen haben, und über die vielen zapatistischen Treffen im letztjährigen »Dezember des Widerstands«.

Termine und Orte:

  • Leipzig: Mittwoch, 2.9.20, 19 Uhr, Index
  • Hamburg: Mittwoch, 16.9.20, 19 Uhr, Rote Flora

Dresden, Berlin und Frankfurt folgen.

Weitere Infos bei Balumil – „Ja’un ta yan balumil – Ser internacionalista“

Solidaritätserklärung: Die Zapatistas stehen nicht allein!

An den EZLN und seine Unterstützungsbasis
An den Congreso Nacional Indígena (CNI) – Indigener Regierungsrat (CIG) An die Netzwerke des Widerstands und der Rebellion in Mexiko und weltweit

Solidaritätserklärung: Die Zapatistas stehen nicht allein!

Wir verurteilen aufs Schärfste die Angriffe von paramilitärischen Gruppen der ORCAO (Organisation der Regionalen Kaffeeanbauer in Ocosingo) gegen die zapatistischen Unterstützungsbasen und ihre autonomen Strukturen!

Des weiteren verurteilen wir aufs Schärfste die permanenten Attacken der paramilitärischen Gruppen von Santa Martha de Chenalhó, in den Altos de Chiapas, gegen die Bevölkerung der Dörfer in den Landkreisen Aldama und Chalchihuitán, in den Altos de Chiapas.

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