Neue Tierra y Libertad erschienen

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Die neue Ausgabe der ´Tierra y Libertad`, der Zeitschrift für Solidarität und Rebellion des Ya-BASTA-Netz, ist erschienen, mit aktuellen Kommuniqués der EZLN, Berichten über das Festival „CompArte für die Menschheit“ sowie den Wissenschaftskongress „ConCiencias für die Menschheit“, der vor wenigen Wochen in Chiapas stattfand.

Weitere Themen sind Menschenrechtsbeobachtung und Bildungsprojekt in Chiapas, Untersuchungen zum Mord an Berta Cáceres und Widerstände und Organisierung in Honduras, der Frieden in Kolumbien und Organisierungsprozesse in Rojava.

Diese und weitere Ausgaben sind erhältlich unter Tierra y Libertad.de

Die Mauern Oben, die Risse Unten (und Links)

Kommuniqué der EZLN zu Aktivitäten, Aufrufen und Einladungen für 2017.

 DIE MAUERN OBEN,
DIE RISSE UNTEN (UND LINKS).

Februar 2017.

Das Unwetter auf unserem Weg.

Für uns Männer und Frauen, zapatistische Originalvölker gibt es das Unwetter, den Krieg bereits seit Jahrhunderten. Sie kamen mit dem Schwindel der vorherrschenden Zivilisation und Religion in unser Land. Damals haben Schwert und Kreuz unsere Menschen ausgeblutet.

Im Lauf der Zeit hat das Schwert sich modernisiert und das Kreuz wurde von der Religion des Kapitals entthront, aber unser Blut wurde weiterhin als Opfergabe an den neuen Gott gefordert: dieser Gott heißt Geld.

Wir widerstehen, wir widerstehen immer. Unsere Rebellionen wurden beim Machtkampf der Einen gegen die Anderen ausgebootet. Die Einen und die Anderen, immer die von Oben, forderten von uns zu kämpfen und zu sterben um ihnen zu dienen, sie forderten von uns Gehorsam und Unterwerfung mit der Lüge, dass sie uns befreien würden. Wie jene, von denen sie sagten und sagen, dass sie sie bekämpfen, kamen und kommen sie um zu befehlen. So kam es zu angeblichen Unabhängigkeiten und falschen Revolutionen, die vergangenen und die uns noch ins Haus stehen. Die Oben wechselten und wechseln seit damals ständig, um schlecht zu regieren oder darum zu kandidieren. Und in den Kalendern von einst und jetzt ist ihr Vorschlag derselbe: wir setzen unser Blut ein, während sie regieren oder so tun als ob.

Und damals wie jetzt vergessen sie, dass wir nicht vergessen.

Und immer ist die Frau unten, gestern und heute. Einschließlich im Kollektiv das wir waren und sind.

Aber die Kalender brachten nicht nur Schmerz und Tod für unser Völker. Als die Macht sich ausdehnte, schuf sie auch neue Verbrüderung im Elend. Wir sahen den Arbeiter und den Landarbeiter, die mit unserm Schmerz eins wurden und unter den vier Rädern des tödlichen Wagens des Kapitalismus liegen.
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Solidaritätserklärung CNI-EZLN mit Kampf der Rarámuris, Chihuahua

Gemeinsames Kommuniqué des Nationalen Indígena Kongress und der Zapatistischen Befreiungsarmee in Solidarität mit dem Volk der Rarámuri

SCHLUSS MIT DEN MORDEN DER COMPAÑEROS INDIGENAS RARAMURIS DIE IHR TERRITORIUM VERTEIDIGEN

Indigene Territorien von Mexiko,
4. Februar 2017

An das Volk von Choreachi.
An das gesamt Volk der Rarámuri.
An die indigenen Völker.
An das Volk von Mexiko.
An die Völker der Welt.

Wir wurden heute von den begangenen Morden an den compañeros Indígenas Rarámuris Juan Ontiveros Ramos und Isidro Baldenegro informiert, beide aus der Gemeinde Choreachi, im Landkreis Guadalupe y Calvo, Chihuahua, am gestrigen Tag 2. Februar und der andere vor 15 Tagen.

Wir verurteilen dringend diese neue Grausamkeit gegen compañeros mit der herausragenden Verpflichtung im Kampf ihres Volkes für die Zurückgewinnung ihres Territoriums, welches vor mehr als 40 Jahren von großen viehzüchtenden Großgrundbesitzern und Gruppen der organisierten Kriminalität vereinnahmt wurde.

Als Nationaler Indígena Kongress und Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung, solidarisieren wir uns mit dem Volk der Rarámuri so schmerzerfüllt aufgrund dieser zwei Morde, die sich zu den 18 Morddelikten gegen ihre Gemeinden seit 1973 summieren, davon vier im vergangenem Jahr.

Compañeros und compañeras, ihr seid nicht allein! Wir begleiten Sie in ihrem Schmerz, wir öffnen unsere Herzen für den unermüdlichen Kampf, den sie gegen die organisierte Kriminalität und die von der schlechten Regierung gedeckten Großgrundbesitzer führen, wir bieten Ihnen unsere Unterstützung als indigene Völker des Landes, damit wir uns organisieren zur Verteidigung unserer Leben und unserer Territorien.

SCHLUSS MIT DEN MORDEN AN INDIGENEN SOLZIALEN KÄMPFER*INNEN!

NIE WIEDER EIN MEXIKO OHNE UNS!

NATIONALER INDÍGENA KONGRESS

ZAPATISTISCHE ARMEE DER NATIONALEN BEFREIUNG

Original auf Enlace Zapatista

Roberto Paciencia droht erneut politische Gefangenschaft

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Quelle: Centro de Derechos Humanos Frayba

San Cristóbal de Las Casas, Chiapas, Mexiko.

2. Februar 2017

Gemeinsames Bulletin

Die persönliche Freiheit von Roberto Paciencia Cruz in Gefahr

Die Arbeitsgruppe No Estamos Todxs (Wir sind nicht alle) und das Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de Las Casas, A.C., bekunden unsere Sorge über die Gefahr für die persönliche Freiheit des compañero Roberto Paciencia Cruz (Roberto Paciencia), Tsotsil-Indígena aus Chenalhó, Chiapas, Anhänger der Sechsten Deklaration aus dem Lakandonischen Urwald.

Roberto wurde am 9. August 2013 unter der Beschuldigung der Entführung festgenommen. Während der Festnahme und seiner Inhaftierung wurden Akte von Folter, willkürlicher Festnahme und unfairer Prozessführung, Verletzung des Rechts auf persönliche Freiheit, die Integrität, persönliche Sicherheit und Zugang zu einem ordnungsgemäßen Prozess, dokumentiert.

Seit seiner Verhaftung, und während der Zeit des juristischen Prozesses, der drei Jahre und drei Monate dauerte, hörte Roberto nicht auf zu kämpfen gegen die Ungerechtigkeiten des korrupten, mexikanischen Justizsystems, bis er am 26. November 2016 infolge der Anerkennung seiner Unschuld durch den Richter des juristischen Strafvollzugsbezirks von San Cristóbal de Las Casas, mittels eines Freispruch frei kam.

Trotzdem legte die Staatsanwaltschaft Berufung gegen den Freispruch ein, obwohl sie während des Prozesses die Anschuldigung gegen den compañero Paciencia nicht aufrecht erhalten konnte, und trotz der erwähnten Vergehen gegen seine Person.

Die willkürliche und unrechtmäßige Verhaftung deren Opfer Roberto wurde, brachte physische und psychologische Folgen mit sich, sowohl für ihn als auch für seine Familie, die seinen Lebensentwurf zerstörten und die Verarmung der Familie bewirkte.

Laut Informationen obliegt die Prüfung des Falls und der Einspruchsantrag dem Berichterstatter C, der Kammer Regional Colegiada Mixta Zona 03 von San Cristóbal de Las Casas, dessen Titel Richter Ramiro Joel Ramírez Sánchez lautet; über den Antrag wird von den Richtern, die die Kammer bilden, Mitte Februar abgestimmt.

Die Möglichkeit, dass sich der Freispruch von Roberto Paciencia verändern könnte, erzeugt eine Situation der Ungewissheit, Stress und Furcht für ihn, sowie für seine Familie. In den Monaten nach seiner Freilassung ist der compañero Roberto nach San Cristóbal de Las Casas gezogen, wo er versucht sein Leben gemeinsam mit seiner Familie fortzuführen. Gegenwärtig arbeitet er und führt den Kampf fort.

Während der Jahre in denen er in der Strafanstalt Centro Estatal de Reinserción Social para Sentenciados No. 5 (CERSS No. 5), in San Cristóbal de Las Casas, inhaftiert war, zeichnete er sich darin aus, die Rechte der inhaftierten Personen zu verteidigen, solidarisierte mit und verpflichtete sich den Gefangenen die Folter überlebt haben und aufgrund politischer Motive kriminalisiert wurden und er wurde nicht müde die Missbräuche und Gewalttätigkeiten öffentlich zu denunzieren, die sowohl von den Autoritäten als auch vom korrupten und ungerechten juristischen und Strafvollzugssystem begangen wurden, welche Menschen diskriminieren nur aufgrund der Tatsache, dass sie arm und indigen sind.

Die Arbeitsgruppe No Estamos Todxs und das Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de Las Casas, A.C., wiederholen unsere Besorgnis über die Gefahr für die persönliche Freiheit von Roberto Paciencia und fordern den Richter Ramiro Joel Ramírez Sánchez und die Mitglieder der Kammer Regional Colegiada Mixta Zona 03 von San Cristóbal de Las Casas auf, den Freispruch zu bestätigen, um dieses Urteil nicht durch juristische Mittel zu widerrufen.

Die Anhänger*innen der Sechsten Deklaration aus dem Lakandonischen Urwald und die nationale und internationale Zivilgesellschaft bitten wir aufmerksam zu sein hinsichtlich des Urteils der Kammer Regional Colegiada Mixta und um die Durchführung von Solidaritätsaktionen für Roberto Paciencia Cruz und seine Familie zum Zeitpunkt der Entscheidung.

*-*

Arbeitsgruppe No Estamos Todxs

Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de Las Casas, A.C.

Original von Centro de Derechos Humanos Frayba