Eröffnungsworte des Sub Moy zum Treffen „ConCiencias“

Worte der Generalkommandantur der EZLN im Namen der zapatistischen Frauen, Männer, Kinder und Älteren zur Eröffnung des Treffens „Die Zapatistas und die ConCiencias für die Menschheit“

Guten Tag.

Compañeras, Compañeros aus Mexiko und der Welt:
Schwestern und Brüder aus Mexiko und der Welt:

Zuallererst, im Namen der Compañeras und Compañeros der Unterstützungsbasen der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung, bedanken wir uns bei den Compañeros des CIDECI, welche uns erneut diese Räume zur Verfügung stellen, damit wir uns hier treffen können, zapatistische ursprüngliche Völker und Wissenschaftler, als ein Beginn des Schauens und des Gehens dessen was zu tun ist, in der Welt, in der wir leben, die der Kapitalismus zerstört.

Wir danken auch den Compañer@s die sich um die Registrierung und Koordination dieser Veranstaltung gekümmert haben.

Außerdem danken wir den Compañer@s des Unterstützungsteams für den Transport.

Nicht zuletzt geht der Dank an die Compañeras und Compañeros der Kollektive für all das, was sie geleistet haben, um dieses Treffen stattfinden zu lassen. Vielen Dank.

Für uns Zapatistas hat heute unser langer Weg begonnen auf der Suche nach jenen anderen, mit denen wir, wie wir glauben, die große Verantwortung teilen, die Welt in der wir leben zu verteidigen und zu retten, mit den Künsten der Künstler*innen, den Wissenschaften der Wissenschaftler und den ursprünglichen Völker mit denen von unten der gesamten Welt. Weiterlesen

Programm des Treffens „Die Zapatistas und die ConCiencias für die Menschheit“

Die Zapatistas und die ConCiencias für die Menschheit“.

CIDECI-Unitierra. San Cristóbal de Las Casas, Chiapas, Mexiko.

Vom 26. Dezember 2016 bis 4. Januar 2017.

26. Dezember

10:00 – 11:00 Eröffnung: Worte des Subcomandante Insurgente Moisés im Namen der Frauen, Männer, Kinder und Älteren der EZLN.

Generelle Sitzung. Es nehmen Teil:

Biol. Adriana Raquel Aguilar Melo: “Die Akademie möge exklusiv sein, aber kann die Wissenschaft Allgemeingut sein?”

Dr. Marco Antonio Sánchez Ramos: “Sisphus und die Wissenschaft

Dr. Tonatiuh Matos Chassin: “Ein fundamentales Gesetz für den Fortschritt einer Nation

Fis. Eduardo Vizcaya Xilotl: “(Meta)Wissenschaft, Utopien und Dystopien

Profr. Luis Malaret und Profra. Diana Rocheleau: “Ökologie von unten

Dr. Iván Alejandro Velasco-Dávalos: “Wem nützt die Wissenschaft? Kollektive Vision hinsichtlich der Wichtigkeit der gemeinschaftlichen Popularisierung der Künste und Wissenschaften

Alchimist SupGaleano: “Einige Fragen an die Wissenschaften”

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1. Jahrestag der Autonomie des Ejido Tila, Chiapas

Das Ejido Tila, Anhänger*innen der Sexta, im Norden von Chiapas, feierte am 16. Dezember 2016 den 1. Jahrestag Seiner Selbstregierung

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Nach Jahren der Forderung nach Respekt gegenüber ihren Ländereien und Territorium, angesichts der Intention der Enteignung durch alle drei Ebenen der Regierung, beschlossen die Ch’ol-Indígenas am 16. Dezember 2015 der Munizipalverwaltung ihre Ländereien zu entziehen und ihre ejidale Autonomie zu praktizieren.

Während dieses ersten Jahres, und durch die Wiederaufnahme des Erbes des Kampfes und des Widerstandes ihrer Vorfahren, hat das ursprüngliche Volk aus dem Norden Chiapas‘ hart gearbeitet zur Verbesserung ihrer Gemeinde und die Bewahrung ihrer Kultur.

Das Ejido Tila schließt sich der Liste von Gemeinden an, die sich entschließen ihr Recht auf freie Selbstbestimmung in Mexiko auszuüben, müde aufgrund des Betrugs und der Plünderung durch offizielle Autoritäten und politische Parteien, welche sie über Jahrzehnte gespalten haben und ihrer Gemeingüter beraubt.

Begleitet vom Kopal und Gebeten für die Mutter Erde, seit den frühen Morgen diesen Freitags, beginnen die Ejidatarios, Mitglieder des Nationalen Indígena Kongress (CNI), geleitet durch die Ältesten, die Zeremonie des „Kerze anzünden“, wie sie es von ihren Großeltern gelernt haben.

Es war ein Jahr harter Arbeit und die Bäuer*innen, Angehörige der Sexta, danken mit einer traditionellen Zeremonie für die Errungenschaften die sie im Bereich der Sicherheit, Trinkwasserversorgung und Säuberung erreicht haben sowie in der Vermittlung von Gerechtigkeit. All dies geben sie bekannt in den Sonderübertragungen ihres Radios „Das Wunder des Ejido Tila“, über 103.5 FM.

Der Weg dieses letzten Jahres, sowie jener Jahrzehnte zuvor, war nicht frei von Schwierigkeiten. Im Ejido gibt es Gruppen, die der „offiziellen“ Regierung und politischen Parteien nahe stehen, die, angesichts des Verlusts ihrer Privilegien, die Rückkehr des Bürgermeisteramts fordern, mittels Diffamierungskampagnen gegen die Regierung der Ejidatarios. Doch diese Kampagnen blieben wirkungslos und die Organisation des Ejido Tila wird stärker.

Dieser Tag ist der Freude, des Fests, denn auf unserem Boden befiehlt nicht die schlechte Regierung, wir befehlen“ […] „Wir müssen das Erbe schützen, welches uns unsere Vorfahren hinterlassen haben, mit der Stirn voran gehen, sich nicht ducken, deshalb regieren wir uns durch die ejidale Versammlung“. […] „Wir denken nicht mehr daran, von der schlechten Regierung abhängig zu sein, wir wollen ihre Millionen nicht, wir wollen Freiheit und Gerechtigkeit, dafür müssen wir uns organisieren“.

Während diesen Freitag gehen die Feierlichkeiten auf dem zentralen Platz der Ch’ol-Gemeinde weiter, an denen pueblos des CNI, Angehörige der Sexta und nationale und internationale Sypathisant*innen teilnehmen, um ihre Solidarität und Anerkennung auszudrücken.
Eine Kommission des Nationalen Indígena Kongress übermittelt einen Gruß und eine Umarmung an das „rebellische und würdige Volk im Norden von Chiapas. Hier erbebte die Erde bereits, denn das indigene Volk ist es, das regiert“.

Quelle: Espoir Chiapas

Soli-Brief-Aktion für Chanti Ollin, Mexiko-Stadt

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In der Nacht des 22. Novembers 2016 wurde das selbstverwaltete Hausprojekt Chanti Ollin in Mexiko-Stadt geräumt. Die 26 bei der Räumung festgenommenen Personen sind zwar freigelassen worden – es befindet sich eine weitere Person in Haft -, aber ihre Fälle sind offen, was in jedem Moment als Vorwand für eine Inhaftierung benutzt werden kann. Seit der Räumung ist das Gebäude versiegelt und es befindet sich das Hab und Gut der im Chanti Ollin arbeitenden und/oder lebenden Personen im Inneren des Gebäudes. Wertgegenstände und Bargeld wurden von den 800 Polizist*innen bei der Räumung entwendet. Das Chanti Ollin befindet sich seit der Räumung in einem Camp und einer kulturellen Barrikade vor dem Gebäude.

Die Kollektive des Chanti Ollin rufen zu solidarischen Aktionen weltweit auf, dessen Idee ist, Druck auf die mexikanischen Botschaften auszuüben.

Eine Möglichkeit sich solidarisch mit dem Projekt Chanti Ollin zu zeigen ist, mit Transpis & Schildern eine Aktion vor der mexikanischen Botschaft zu machen. Das Chanti Ollin ruft (auch) auf, Soli-Fotos zu machen, es werden Soli-Fotos aus aller Welt gesammelt.

Außerdem bittet das Chanti Ollin um eure Unterschriften des von ihnen verfassten Briefes an die mexikanischen Botschaften und die Regierung von Mexiko-Stadt. Weiter unten findet ihr den Brief, und die deutsche Übersetzung. Bitte schickt den unterschriebenen Brief postalisch oder per E-Mail an die mexikanische Botschaft in eurer Nähe (Adressen und E-mail-Adressen der mexikanische Botschaften weiter unten).

Brief an die Botschaften auf spanisch:

A las Autoridades de la Embajada Mexicana en Alemania
A la Secretaria de Gobernación de la Ciudad de México, Patricia Mercado
Al Jefe de Gobierno de la Ciudad de México, Miguel Angel Mancera

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Bericht Sub Moy zum Treffen „ConCiencias“

Bericht über das Zusammentreffen „Die Zapatistas und die ConCiencias für die Menschheit“. Subcomandante Insurgente Moisés

ZAPATISTISCHE ARMEE DER NATIONALEN BEFREIUNG.
MEXIKO.

15. Dezember 2016.

An die wissenschaftliche Gemeinschaft Mexikos und der Welt:
An die Sexta National und International:

Erhaltet unseren Gruß. Wir informieren Sie darüber, wie es mit dem Zusammentreffen „Die Zapatistas und die ConCiencias für die Menschheit“ vorangeht, welches im CIDECI-UniTierra in San Cristóbal de Las Casas, Chiapas, vom 25. Dezember 2016 bis zum 4. Januar 2017 gefeiert wird.

1.- Bis zum 12. Dezember 2016 haben 82 Wissenschaftler*innen folgender Länder ihre Teilnahme bestätigt:

Deutschland,
Großbritannien,
Kanada,
Uruguay,
Chile,
Brasilien,
USA,
Spanien,
Israel,
Paraguay,
Mexiko (Baja California, Campeche, Mexiko-Stadt, Bundesstaat México, Jalisco, Morelos, Oaxaca, Puebla, Querétaro, San Luis Potosí).

2.- Die Gebiete denen sie sich widmen sind:

Theorie der Quantengebiete, Biomedizinische Untersuchung, Mathematik, Neurobiologie, Vulkanologie, Neurowissenschaften, Astrophysik, Neuroimmunologie, Astronomie, Aquakultur und Erhalt der Aquasysteme, Kosmologie, Agroökologie, Kernfusion, Energieeinsparung, Genetik, Nahrungsmittelwissenschaft und -technologie, Mikrobiologie, Energiewissenschaft, Geophysik, Ernährungswissenschaften, Statistische Physik, Tierverhalten und -kommunikation, Optik, Erhalt der Biodiversität, Bioethik, Sterbepflege/-begleitung, Biophysik, Pädiatrie, Evolutionsbiologie, Ertragsökologie und der Konservierung, Meeresbiologie, Entwicklungsökologie der Mikroorganismen, Molekularbiologie, Meeresökologie, Biochemie, Theoretische Ökologie, Biotechnologie, Ökologie und Agroökologie, Physiologie und Biophysik von reizbaren Zellen, Erneuerbare Energien, Solare Fotochemie,
Energieingenieurswissenschaft, Mutagenese und Umweltverschmutzung, Wasseringenieur, Ursprung und Evolution des Lebens, Ingenieur für Umweltchemie, Komplexe Systeme, Ingenieur für Chemie, Intelligente Systeme und Kontrolle, Magnetische Mineraltrennung.

3.- Am 25. Dezember 2016 ist die Registrierung der Wissenschaftler*innen und Assistent*innen. Die Aktivitäten beginnen am 26. Dezember 10 Uhr und enden am 4. Januar 2017 18 Uhr. Der 31. Dezember 2016 und der 1. Januar 2017 werden sitzungsfreie Tage sein.

4.- Die E-Mailadresse für die Registrierung als Zuhörer*in-Zuschauer*in ist: conCIENCIAS@ezln.org.mx

5.- Als Schüler*innen werden 200 Frauen, Männer, Kinder und Ältere zapatistische Unterstützungsbasen der Sprachen Tzeltal, Tzotzil, Tojolabal, Chol, Zoque, Mame sowie Mestiz*innen teilnehmen. Die zapatistischen Schüler*innen werden die einzigen sein, die die vortragenden Wissenschaftler*innen befragen können.

6.- Während des Treffens wird es allgemeine Sitzungen, sachwissenschaftliche Gespräche und Workshops geben.

Das ist alles für den Augenblick.

Aus dem Bergen des mexikanischen Südostens.

Subcomandante Insurgente Moisés.
Mexiko, Dezember 2016.

Original von Enlace Zapatista

Frauen fordern die Umsetzung des Alerta de Género in Chiapas

In San Cristóbal de Las Casas, Chiapas, verlangen die Frauen Maßnahmen der Regierung hinsichtlich des Alerta de Violencia de Género

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Quelle: Espoir Chiapas

Wir Frauen, Jugendliche, Mädchen und Ältere, mit oder ohne politischer oder religiöser Zugehörigkeit, die in San Cristóbal de Las Casas, Chiapas, wohnen, fassungslos wegen der geschlechterspezifischen Gewalt in all ihren Formen gegen Frauen in Chiapas, betrachten mit Besorgnis, dass der Alerta de Género (AVG, Alarm geschlechterspezifischer Gewalt), verkündet durch das Regierungssekretariat am vergangenen 18. November, nur sieben Landkreise umfasst, obwohl die kritische und beschämende Situation nicht ausschließlich in einigen Landkreisen vorherrscht, muss er über den gesamten Bundesstaat verkündet werden.

Die Erklärung des AVG ist ein Fortschritt, aber es ist nicht die Lösung für das gravierende soziale Problem, welches der Feminizid in Chiapas darstellt. Es ist notwendig, dass die Autoritäten auf bundesstaatlicher und Landkreisebene sich verpflichten und die vorgesehenen Maßnahmen der staatlichen und bundesstaatlichen Gesetze zum Zugang zu einem Leben frei von Gewalt für Frauen umsetzen und die Aktivitäten bekannt geben, die sie unternehmen werden, um der Gewalt, die wir Frauen in allen Bereichen erleben und die in vielen ihrer Formen als Delikte eingestuft sind, vorzubeugen.

Insbesondere, fordern wir vom Präsidenten des Landkreises von San Cristóbal de Las Casas, Marco Antonio Cancino, der Bevölkerung, die er regiert, und insbesondere den Frauen dieses Landkreises, die Maßnahmen bekannt zu geben, die er durch Landkreisrat ergreifen wird, um das Recht der Frauen auf ein Leben frei von Gewalt zu garantieren. Seit einem Jahr weiß man nicht, welche Funktionen er im Landkreis erfüllt. Ebenso fordern wir, dass er die Maßnahmen zur Prävention, Sicherheit und Beseitigung der Gewalt gegen Frauen in diesem Landkreis befolgt.

Angesichts dessen, als seine Regierten, verlangen wir:

  • Dass er den Landkreisrat einberuft um das Recht der Frauen auf ein Leben frei von Gewalt zu garantieren, und hinsichtlich der Gleichheit der Geschlechter den Gemeinderat bildet, um Modelle der Aufsicht und Beseitigung der Gewalt gegen die Frauen zu planen und zu koordinieren.
  • Dass der Landkreisrat öffentlich bekannt gibt, wen es einbindet und über die durchzuführenden Aktionen zur Prävention und Beseitigung der Gewalt gegen Frauen informiert.
  • Dass der Landkreisrat die zivilgesellschaftliche Organisationen, Journalist*innen, Aktivist*innen und interessierte Bürgerinnen aufruft um Maßnahmen zur Prävention, Sicherheit, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung zu planen und zu implementieren, die in der am 18. November dieses Jahres vom Regierungssekretariat ausgegebene Erklärung des AVG gegenüber Frauen, des Bundesstaates Chiapas.
  • Dass die öffentlichen Sitzungen des Landkreisrates, um ein Leben frei von Gewalt zu garantieren, zur Beteiligung geöffnet werden, für alle zivilgesellschaftlichen Organisationen, die für Frauenrechte arbeiten, sowie Journalistinnen, Aktivistinnen und interessierte Bürgerinnen.

Wir erinnern daran, dass Sie als Autorität verpflichtet sind die Maßnahmen des AVG zu befolgen, hinsichtlich der Prävention, Sicherheit und Beseitigung der Gewalt gegen Frauen gemäß der staatlichen Erklärung, doch bedauerlicherweise bereits 15 Tage nach der Verkündung, sehen wir, dass ihre Verwaltung Schweigen bewahrt hat und sich nicht mal geäußert hat, damit die Bevölkerung die Aktionen, die sie im Landkreis in Angriff nehmen werden, kennt.

Wir sind sehr wachsam hinsichtlich ihrer Antwort und ihres Handelns.

Hochachtungsvoll:

Gruppe der Frauen der Zivilgesellschaft von San Cristóbal.
San Cristóbal de Las Casas, Chiapas. 5. Dezember 2016.

Quelle: Espoir Chiapas

Vivas las queremos – ni una menos!

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Radiobeitrag des npla über den Begriff Feminizid, der den geschlechtsspezifischen Mord an Frauen beschreibt, und verschiedene Kampganen gegen Frauenmorde in Lateinamerika.

Direktlink zum Radiobeitrag von Nachrichtenpool Lateinamerika (npla)

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