Der Kampf um Land und Autonomie in San Francisco

Videobotschaft der Sexta aus San Francisco zu den Aggressionen gegen ihre Organisation

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Die Gemeinde von San Francisco organisiert sich im ´Raum` Semilla Digna (´Raum` von Gemeinden, Organisationen und Individuen aus Chiapas und Anhänger*innern der Sechsten Erklärung aus dem Lakandonischen Urwald der EZLN – La Sexta) und Miglieder des Nationalen Indígena Kongress (CNI). Im Sinne der Organisierung von unten haben sie vor mehr als 10 Jahren die ihnen, als Indígenas zustehenden Ländereien im Landkreis Teopisca, in Chiapas, zurückgewonnen, um der mehrere Jahrhunderte andauernden Unterdrückung durch Großgrundbesitzer*innen ein Ende zu setzen. Diese Ländereien verwalten, bearbeiten und verteidigen sie kollektiv.

Mehrere Male schon wurden sie von einer Gruppe aus der Gemeinde El Escalón, aus dem Landkreis von San Cristóbal de Las Casas, konfrontiert, die versucht ihre Ländereien für sich einzunehmen. Es handelt sich um eine Gruppe von etwa 40 Personen, die ihnen, meist mit Stöcken bewaffnet, aggressiv gegenübertritt.

Videobotschaft der Sexta Semilla Digna von San Francisco vom 19. September 2016

Quelle: Koman Ilel

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EINE GESCHICHTE, UM VERSUCHEN ZU VERSTEHEN

Kommuniqué der EZLN vom 17. November 2016

 

EINE GESCHICHTE, UM VERSUCHEN ZU VERSTEHEN.

17. November 2016.

An die Sexta nacional und internacional.
An die, die mit dem Kampf der Pueblos originarios sympathisieren und ihn unterstützen.
An die, die Antikapitalist_inn_en sind.
Compañeras, Compañeros, Compañeroas.
Schwestern und Brüder.

Diesen langen Text produzierten wir gemeinsam mit dem Subcomandante Insurgente Moisés, dem aktuellen Sprecher und Jefe (1) des EZLN. Einzelne Details beratschlagten wir mit einigen der Comandantas und Comandantes der zapatistischen Delegation, die an der ersten Etappe des V. Kongresses des Congreso Nacional Indígena teilgenommen hatten.

Obzwar – wie auch andere Male – die Redaktion des Textes meine Aufgabe darstellt, ist es der Subcomandante Insurgente Moisés, der diesen Text liest, Anfügungen macht, ihn überprüft oder zurückweist – nicht nur diesen, sondern alle authentischen Texte des EZLN, die veröffentlicht werden. Im Textverlauf werde ich nicht selten das erste Personalpronomen im Singular verwenden. Das wird sich weiter unten erklären. Die Hauptadressatin dieser Zeilen ist die Sexta, jedoch haben wir entschieden, die Adressierung auf diejenigen auszuweiten, die – ohne mit uns, Frauen und Männern, zu sein – die gleichen Beunruhigungen und ähnliche Bestrebungen haben. Dann mal los: Weiterlesen

Aggressionen gegen Sexta in San Francisco (Chiapas)

San Francisco, Landkreis Teopisca, Chiapas, Mexiko, 23. November 2016

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An die Sexta National und International,
An den Nationalen Indígena Kongress,
An die Junta de Buen Gobierno von Oventik,
An die Menschenrechtsverteidiger*innen,
An die alternativen Kommunikationsmedien,
An die Zivilgesellschaft.

Wir sind die Gruppe von Bäuerinnen und Bauern aus San Francisco zur Verteidigung des Bodens und des Territoriums, Anhänger*innen der Sechsten Erklärung aus dem Lakandonischen Urwald.

Heute, am 23. November verurteilen wir öffentlich Herrn Pedro López Girón, Anführer der Konfrontationsgruppe, die schon zweimal zu uns kam. Am 20. November dieses Jahres kamen sie erneut zu unseren zurückgewonnenen Ländereien, informiert darüber, dass diese Ländereien besetzt sind, kamen alle bewaffnet mit Macheten und sehr aggressiv, insbesondere Pedro López Girón und zwei weitere Personen, bedrohten uns damit uns ins Gefängnis zu schicken und insistierten, dass sie die Eigentümer der von uns zurückgewonnenen Ländereien sind.

Diese Gruppe konfrontierte uns früher schon, das erste Mal am 5. Juni, danach am 31. Juli und zuletzt am 20. November. Erneut, wie die Male zuvor, informierten wir sie, dass wir diese Ländereien bereits im Jahre 1995 begannen zu verteidigen, denn wir sind gebürtig von diesen Ländereien seit mehr als zwei Jarhunderten, darum stehen sie uns gemäß legitimen Rechts zu und wir werden nicht zulassen, dass andere Gruppen von außerhalb kommen und in unsere Ländereien einfallen.

Wir sagen den Herrn Pedro López Girón und seiner Gruppe, dass wir nicht zulassen werden, dass sie unsere Ländereien in Besitz nehmen.

Wir machen Pedro Hernández Espinoza und seine Söhne, sowie Pedro López Girón, Anführer der Konfrontationsgruppe, verantwortlich für alles was uns zustoßen möge, jeden unserer Compañeros und wir verlangen von den entsprechenden Autoritäten den Respekt unserer Rechte als ursprüngliche Völker über unsere Ländereien und Selbstbestimmung, sowie die unverzügliche Aufhebung der sieben Haftbefehle gegen unsere Compañeros, einzig aufgrund der Tatsache unsere Ländereien zu verteidigen.

Wir machen die drei Ebenen der Regierung verantwortlich für jedweden Schaden den jeder einzelnde unserer Compañeros erleiden möge. Wir bitten die unabhängigen Organisationen, die Compañeros der Sexta National und International und den Nationalen Indígena Kongress, ein Auge darauf haben, was weiterhin in unserem Kampf geschieht.

Brüderlich: Organisierte Gruppe von San Francisco, Landkreis Teopisca, Chiapas, Mexiko, Anhänger*innen der Sechsten Erklärung aus dem Lakandonischen Urwald.

Das Video (Semilla Digna) zeigt die in der öffentlichen Anklage denunzierte Konfrontation.

Quelle: Koman Ilel

Abschlusserklärung zur Peregrinación MODEVITE/ Pueblo Creyente

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Sie, die Bescheidensten, die Ausgebeuteten, die Armen und Ausgeschlossenen, können und tun viel. Ich wage zu sagen, dass die Zukunft der Menschheit weitgehend in ihren Händen liegt, in ihrer Fähigkeit sich zu organisieren und kreative Alternativen zu fördern … Sie sind die Säenden des Wandels!“
– Papa Francisco

25. November 2016

An die öffentliche Meinung national und international,
An die Bischöfe von Mexiko,
An die Nicht-Regierungsorganisationen,
An die unterschiedlichen Glaubensrichtungen,
An die sozialen Organisationen,
An die bundesstaatlichen und föderalen Autoritäten,
An die Menschenrechtszentren,
An die Kommunikationsmedien,
An all Männer und Frauen, die für den Frieden arbeiten.

Wir wollen das wahre Leben für unsere Völker und unserer Mutter Erde!

Wir sind Männer und Frauen, Tsotsil, Tseltal und Ch’ol, aus verschiedenen Gemeinden die die Bewegung zur Verteidigung des Lebens und des Territoriums bilden; wir sind 12 Tage durch 11 Landkreise gepilgert, von Salto de Agua bis Jovel, um die Größe unseres Territoriums zu kennen; wir sind durch seine schönen wasserreichen Flüsse gegangen, durch seine grünen Berge, durch seine noch dichten Wälder. Wir haben die verschiedenen indigenen Gesichter unseres Volkes kennen gelernt; wir haben das Leben gemäß der Riten jeder Gemeinde gefeiert; wir haben gebetet und getanzt um den Wundern unserer Kultur zu danken, der Schönheit der Schöpfung und der unserer Mutter Erde. Aber wir gingen auch, um die Probleme unserer Gemeinden und die Risiken, die unsere Kultur und unsere Mutter Erde durch Megaprojekte und Autobahnen bedrohen, zu höre. Wir gingen um uns in einer einizgen Stimme zu vereinen, um der Erde eine Stimme zu geben, die nach Respekt und Schutz ruft, die von allen eine fürsorgliche Haltung und Dankbarkeit fordert. Diese Peregrinación war für uns ein Moment der Gnade, denn wir konnten sprechen, reflektieren und träumen als ein einziges Volk.

Wir haben darüber gesprochen, dass das Problem mit der Regierung nicht nur ist, dass sie unsere Kulturen nicht versteht, sondern, dass sie uns spalten will, weshalb sie uns konfrontiert und unser Gemeinschaftsleben angreift. Diese Megaperegrinación hat unsere Beziehung gestärkt, unsere Wurzel, unsere Zugehörigkeit zum Land, dass von uns verlangt, dass wir gemeinsam gehen. Es ist nicht mehr möglich von jedem Landkreis aus der schlechten Regierung ein Ende zu setzen, noch von jedem Graben aus gegen das große Kapital zu kämpfen, wir sehen, dass es notwendig ist, dass jedes Dorf das Problem der anderen Gemeinde als ihr eigenes empfindet. Die gemeinschaftliche Organisierung ist unsere Waffe gegen die Spaltung, die Heilung für die Angst und Nahrung für die Hoffnung in unseren Dörfern. Als ursprüngliche Völker fühlen wir, dass unsere Zugehörigkeit zur Mutter Erde unsere Spiritualität ist; deshalb glauben wir, dass wir nicht nur die Zerstörung unseres Territoriums im Sinne des Extraktivismus anklagen müssen, sondern wir müssen sie pflegen. Deshalb ist die Stärke unserer gemeinschaftlichen Wurzeln der Weg um unser gemeinsames Haus zu hüten.

Wir fühlen uns berufen die Zeichen des Todes, die in unserem Territorium erscheinen, zu verurteilen und den Geist des Gemeinschaftslebens, der von unserer Kultur ausgeht, zu verkünden. Wir sind das Pueblo Creyente (Gläubige Volk) in Bewegung. Unser Bischof Enrique Díaz erläuterte uns während der Messe in Tenejapa am vergangenen 22. November: „Untersucht und erkennt, ob die Versprechungen der politischen Parteien auf dem Dienst, der Gerechtigkeit, dem Respekt für die Menschen basieren und wenn nicht, dann glaubt ihnen nicht. Denn es gibt heute jene die sagen, dass wir mit dem unseren glücklich sein werden, aber die ökonomische Struktur sind Steine, die faul sind, die nicht auf Brüderlichkeit, noch Liebe, noch auf das Teilen gegründet sind“. Wir haben über das System der Parteien, die die Gemeinde zerbrechen, reflektiert, deshalb suchen wir andere Alternativen, wie die gemeinschaftliche Regierung. Wir suchen nicht nur die Autonomie, wir wollen eine gemeinschaftliche Autonomie, die das kulturelle Erbe, welches uns unsere Großeltern hinterlassen haben, bewahrt.

Vor vier Jahren begannen wir zu gehen, um die Schließung der Kneipen zu fordern und den angestifteten Alkoholismus in unseren Landkreisen zu verurteilen. Wir fanden heraus, dass es ein Problem war, welches wir mit anderen teilten und deshalb vereinten wir uns. Dann folgte die Bedrohung der Autobahn San Cristóbal-Palenque, welche Kräfte vereinte. Heute sehen wir, dass unser Kampf größer ist, wir haben die Aufgabe das Leben, unsere Kultur und die Gemeingüter in unserem Territorium zu verteidigen. Als Bewegung zur Verteidigung des Lebens und des Territoriums möchten wir heute folgendes verkünden:

  • Wir lehnen jede Gewalt und Diskriminierung gegen Frauen ab. Heute, am Internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen, erinnern wir daran, dass wir Frauen immer noch Opfer des Machismus, des Alkoholismus und der Wohlfahrt der Regierungsprogramme sind. Die Frauen des MODEVITE verlangen das Recht der Selbstbestimmung auszuübern, als indigene Frauen, um die Mutter Erde und das Leben unserer Gemeinden zu hüten.
  • Wir verurteilen die Risiken der Wasser- und Öko-Tourismusprojekte rund um den Fluss Río Chacté in San Juan Cancuc, den Fluss Río Jataté in Ocosingo, den Fluss Río Tulija in Salto de Agua und der Lagune Suyul im Ejido Candelaria de San Cristóbal de Las Casas.
  • Wir unterstützen den Kampf der Ch’ol in Salto de Agua gegen den Anspruch einen Staudamm in „Paso del Naranjo“ zu errichten; den Kampf der Tseltal in Chilón gegen die Privatisierung des Wassers und Entführungen, die Bedrohung des Staudamms von Nance in Altamirano und wir schließen uns den Tsotsiles von Huixtán gegen die Eindämmung des Río Florido an.
  • Wir sind besorgt über die alarmierende Migration der Jugendlichen, Männer und Frauen, aus unseren Gemeinden, vor allem in Tumbalá, aus Mangel an Möglichkeiten zu studieren und ihr Land zu bearbeiten.
  • Wir verurteilen die politische Korruption in unseren Landkreisen. Insbesondere erinnern wir an Yajalón, Chilón, Ocosingo und Oxchuc, wo die kommunalen Ressourcen die begehrte Beute der politischen Parteien und privaten Interessen geworden sind.
  • Wir wollen keine Soldaten in unseren Gemeinden. Sie stellen eine Präsenz dar, die bedroht und versucht unser Leben einzuschüchtern, sie werden in unseren Gemeinden nicht benötigt, wir verlangen, dass sie sich dorthin zurückziehen, wo sich die wahren Kriminellen befinden.
  • Wir sprechen uns gegen das Autobahnprojekt aus, welches ausschließlich die Plünderung der Gemeingüter unseres Territoriums begünstigt um die Transnationalen zu bereichern und das Leben und die Kultur unserer Gemeinden zerstört.
  • Als ursprüngliche Völker verlangen wir Respekt für unser Recht auf Autonomie und Selbstbestimmung. Wir wollen, dass man uns unsere eingesetzte Fähigkeit ausüben lässt und unsere gemeinschaftlichen Formen zur Ausübung der Verwaltung und Autonomie anerkannt werden.
  • Wir unterstützen den allgemeinen Ruf nach einer Neubegründung unserer politischen Verfassung um den Bestrebungen nach sozialer Gerechtigkeit und gutem Zusammenleben unserer Völker gerecht zu werden.
  • Wir solidarisieren uns mit den anderen Kämpfen zur Verteidigung des Lebens und des Territoriums unserer Brüdervölker: in Chicomuselo gegen den Bergbau, mit den Völkern des Isthmo von Tehuantepec gegen die Windkraftunternehmen, mit Xochicuauhtla, den Brüdern aus Acteal, den Compañeros purépechas aus Cherán, unseren Brüdern aus Ayotzinapa, die Mitglieder der Lehrerschaft im Kampf und das Pueblo Creyente von Simojovel, unter anderen.

Wir sind darüber informiert, was den indigenen Brüdervölkern in unserem Staat hinsichtlich des Extraktivismus geschieht und wir nennen einige Fälle: zum Thema Bergau wissen wir, dass in den letzten drei Präsidentschaftsperioden [je sechs Jahre] 99 Konzessionen, die 1,5 Millionen Hektar umfassen, an Einzelpersonen – darunter jene mit den geliehenen Namen der Unternehmer Carlos Slim und Salinas Pliego – ausgehändigt wurden; die Eigentümer dieser Ländereien würden von ihren Territorien vertrieben und jene, die in den umliegenden Zonen wohnen, wären von der Kontaminierung, die diese Industrie erzeugt, betroffen. Im Bezug auf die Wasserkraft wissen wir, dass die Comisión Federal de Electricidad (Bundes-Elektrizitätskommission) Chiapas als Bundesstaat mit einem großen Wasserkraftpotenzial identifiziert und 90 bestehende Projekte zur Schaffung von Wasserkraftwerken unterschiedlicher Kapazitäten unterhält; es ist empörend, dass im Bundesstaat momentan 48% der elektrischen Energie des ganzen Landes produziert wird, ohne dass dies irgendeinen Nutzen für die Menschen der Region bringt. Hinsichtlich der Pflanzung von Transgenen wissen wir, dass von 2010 bis 2016 Monsanto transgenes Soja in 13 Landkreisen von Chiapas geplanzt hat und erst im Juni dieses Jahres der Oberste Gerichtshof Mexikos zugunsten der Aussetzung dieser Anpflanzung entschied, auf Verlangen von Umweltschutzgruppen, da die Biodiversität beeinträchtigt wird und es Gesundheitsschäden bewirken kann. Trotzdem übt Monsanto weiterhin Druck aus durch das Programm „Samen der Zukunft“. Im Bezug auf Kohlenwasserstoffgruben wissen wir, dass für 2017 Bohrungen für 12 Gruben geplant sind, um Gas und Öl in der indigenen Zone der Zoque zu extrahieren; diese Arbeiten werden 845 km² in den Landkreisen Tecpatán, Francisco León, Ixtacomitán und Pichacalco betreffen. Wir wissen auch, dass die Bundesregierung dieses Jahr die Schaffung von Sonderwirtschaftszonen zugelassen hat, die tatsächlich darauf abzielen, Investitionen des privaten Sektors im Staat zu erleichtern, zur Entwicklung ihrer Unternehmen und ihrer mit der Rohstoffindustrie verbundenen Geschäfte. Angesichts all dessen sagen wir: Nein zur Plünderung unseres Landes und nein zum Betrug der Regierung; wir überwachen und bleiben wachsam über den Schutz unserer Völker und ihrer Territorien.

Soviel Bedrohung ist unmöglich. Ein Wandel unter uns ist dringend notwendig und deshalb schließen wir uns dem Vorschlag des Nationalen Indígena Kongress an, unsere Gemeinden über die Entscheidung der Teilnahme an den kommenden nationalen Wahlen mit einer unabhängigen indigenen Kandidatin zu konsultieren. Wir teilen dasselbe Ziel, wir glauben, dass es notwendig ist die Stimme unserer indigenen Völker in der politischen Agenda zu stärken und deshalb wollen wir diese Initiative in unsere Gemeinden und Landkreise bringen.

Schließlich wollen wir sagen, dass diese Megaperegrinación nicht ohne die Solidarität der Brüder und Schwestern, der Priester und Seelsorger, die uns in den verschiedenen Kirchengemeinden empfangen haben, möglich gewesen wäre. Diese Brüder haben uns empfangen, beherbergt, haben uns Essen und Unterkunft gegeben. Auch danken und glauben wir, dass die Solidarität zwischen Dörfern und Gemeinden die einzige Möglichkeit ist, die wir haben um etwas Neues für alle zu erschaffen.

Wir fordern alle anderen Dörfer dazu auf, sich der Verteidigung der Mutter Erde anzuschließen, im Schutz und der Verbreitung ihrer Kulturen. Wir können nicht mehr getrennt arbeiten, sondern es ist notwendig, dass wir uns für unsere Völker, für unser Territorium vereinen. Wir sollten keine Angst haben uns einander anzunähern um das wahre Leben zu suchen. Die Angst ist eines der Werkzeuge des Kapitals das uns lähmt. Mögen wir uns mobilisieren wie Papa Francisco sagt: „Die realen Lösungen für die aktuellen Probleme müssen Ergebnis einer kollektiven Einsicht sein, die in den Territorien reift, zusammen mit den Brüdern, eine Einsicht die sich in eine transformierende Aktion verwandeln wird“.

Im Landkreis Jovel, Diözese von San Cristóbal de Las Casas, Chiapas, am 25. November 2016.

MOVIMIENTO EN DEFENSA DE LA VIDA Y EL TERRITORIO
PUEBLO CREYENTE DER KIRCHENGEMEINDEN:

Candelaria, Huixtán, Tumbalá, Cancúc, Tenejapa, Oxchuc,
Ocosingo, Altamirano, Chilón-Sitalá, Yajalón, Salto de Agua.

DIÖZESE VON SAN CRISTÓBAL DE LAS CASAS, CHIAPAS.

Original auf dem Blog des Movimiento en Defensa de la Vida y el Territorio

Aufruf zur 2ten Etappe des Fünften Kongress des CNI

AUFRUF ZUR ZWEITEN ETAPPE DES FÜNFTEN NATIONALEN INDÍGENA KONGRESS

In Anbetracht dessen:

  1. In der ersten Etappe des V Nationalen Indígena Kongress haben wir gründlich die unterschiedlichen Gesichter des kapitalistischen Krieges gegen unsere Völker analysiert und diskutiert, darin übereinstimmend, dass die Ausplünderung, die Zerstörung, die Missachtung, das Vergessen und der Tod, denen sie unsere Völker unterworfen haben, dringend beendet werden müssen, während sie warten, dass die individuellen und kollektiven Widerstände aufhören und unser Vaterland den Kapitalisten, die dieses Land und diese Welt regieren, zur Verfügung steht.
  2. Dass es dringend notwendig ist zu kämpfen und energische Schritte zur Offensive zu machen, gemeinsam, die Menschen auf dem Land und in der Stadt, Indígenas und Nicht-Indígenas, um eine neue Nation von unten zu erbauen.
  3. Dass wir vereinbart haben, in permanenter Versammlung zu bleiben während wir uns in jeder unserer Geografien befragen zu den erreichten Beschlüssen vom 9.-14. Oktober 2016 hinsichtlich der Schaffung eines Indigenen Rates der Regierung, der durch eine indigene Frau repräsentiert und als Delegierte des CNI im Wahlprozess im Jahr 2018 für die Präsidentschaft Mexikos vertreten sein würde.

RUFEN WIR AUF ZUR
ZWEITEN ETAPPE DES V NATIONALEN INDÍGENA KONGRESS

Der am 29., 30. und 31. Dezember 2016 im CIDECI-UNITIERRA in San Cristóbal de Las Casas, Chiapas, und am 1. Januar 2017 im zapatistischen Caracol Oventik stattfinden wird und einen weiterführenden Charakter haben wird, über die erreichten Vereinbarungen der ersten Etappe des V Nationalen Indígena Kongress und die erreichten Beschlüsse dieser zweiten Etappe, entsprechend der folgenden Reihenfolge.

29. Dezember:

a) Ankunft der Kommissionen des CNI und Registrierung
b) Auftaktzeremonie der Aktivitäten

30. Dezember:
Diskussion in geschlossener Plenarsitzung:

a) Aufstellung der zweiten Etappe des V CNI
b) Bericht der Resultate der internen Konsultation durch die dafür ernannte Kommission.
c) Evaluierung der Resultate der internen Konsultation in Arbeitsgruppen.
d) Wege aus dem Vorbild des CNI angesichts der Ausplünderung, der Repression, der Missachtung und der kapitalistischen Ausbeutung und der Stärkung unserer Widerstände und Rebellionen.
e) Schritte für die Schaffung eines indigenen Rates der Regierung für Mexiko.

31. Dezember:
Weiterführung der Diskussion in den Arbeitsgruppen.

1. Januar:
Plenarsitzung im zapatistischen Caracol Oventik

Darum werden die Völker, Nationen und Tribus, die den Nationalen Indígena Kongress bilden, gebeten Delegierte zu ernennen, damit auf Grundlage der Vereinbarungen, Reflexionen und hervorgegangenen Resultate, die sich aus den Arbeiten der internen Konsultation, die gerade in jeder Geografie unserer Völker durchgeführt wurde, herleiten, um die folgenden Schritte zu diskutieren und zu beschließen. Diese sollen sich unter der offiziellen E-Mailadresse registrieren catedratatajuan@gmail.com

Auf Vereinbarung der Versammlung der provisorischen Koordinationskommission, durchgeführt am 26. November in den Räumlichkeiten der UNIOS in Mexiko-Stadt, wird gebeten die Resultate der Konsultationen, schriftlichen Erklärungen, Protokolle, Verkündungen und alles, was die erreichten Beschlüsse auf Grundlage der jeweils eigenen Form jedes Volkes, Nation oder Tribus, reflektiert, bis zum 15. Dezember 2016 an die Mailadresse consultacni@gmail.com zu schicken.

Die betrachteten Punkte im vorliegenden Aufruf werden in den geschlossenen Sitzungen am 30. und 31. Dezember 2016 diskutiert, in denen AUSSCHLIEßLICH die Delegierten des CNI teilnehmen können. Die Compañer@s der Sexta National und International, sowie die akkreditierten Kommunikationsmedien können an der Plenarsitzung am 1. Januar 2017 teilnehmen, oder in dem Moment, indem es die Versammlung in Erwägung zieht.

Die Mitglieder der Sexta National und International, speziell Eingeladene des CNI, sowie die Kommunikationsmedien, die als Beobachtende an den offenen Sitzungen der Zweiten Etappe des V CNI teilnehmen wollen, sollen sich vorher über die Mailadresse cni20aniversario@ezln.org.mx registrieren.

Hochachtungsvoll

Am 26. November 2016

Für die vollständige Wiederherstellung unserer Völker

Nie wieder ein Mexiko ohne uns

Nationaler Indígena Kongress

Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung

Original auf Enlace Zapatista

N25 Unid@s – Gegen Gewalt, Kapitalismus, Feminzide und Ausbeutung

Video und gemeinsame Erklärung zum Internationalen Tag des Kampfes gegen die Gewalt gegen Frauen

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Quelle: Centro de Derechos de la Mujer de Chiapas

Die Frauen des Centro de Derechos de la Mujer de Chiapas A.C. (Zentrum der Rechte der Frau von Chiapas), die Campaña Popular Contra la Violencia a las Mujeres y el Feminicidio (Kampagne gegen Gewalt gegen Frauen und den Feminizid in Chiapas), Mitglieder des Ersten Feministischen Kongresses von Chiapas, das Movimiento en Defensa de la Vida y el Territorio (Bewegung zur Verteidigung des Lebens und des Territoriums) des Pueblo Creyente und viele Frauen und Männer mehr aus Chiapas, diesen 25. November, INTERNATIONALER TAG ZUR BESEITIGUNG DER GEWALT GEGEN FRAUEN, VEREINT mit dem Herz in der Hand und all unserer Kraft erheben wir die Stimme um ZU ERKLÄREN:

  • Wir machen den mexikanischen Staat und das kapitalistisch-neoliberale System verantwortlich für die Situation von Armut und Gewalt in der wir überall auf der Welt leben, insbesondere im Bundesstaat Chiapas, in dem fast 90% der Bevölkerung ausgeschlossen von Entwicklung und Gerechtigkeit lebt.
  • Wir widersprechen und kämpfen gegen die Plünderungen, die mit der Bürgschaft der Regierung über unsere Territorien ziehen, unsere Gemeingüter, die uns Leben und Unterhalt geben, und die nationale Souveränität bedrohen und das Recht unserer Gemeinden in Frieden zu leben, verletzen.
  • Wir verurteilen, dass die Feminizide und Gewalt gegen Frauen weiterhin in ganz Chiapas ansteigen, und die Freiheit, die Sicherheit und das Leben der gesamten Bevölkerung beeinträchtigen, unzählige Opfer wehrlos zurücklassend, insbesondere minderjährige Kinder.
  • Wir wiederholen, dass der neoliberale, patriarchale Staat Schuld ist an der strukturellen, institutionelle Gewalt und gegenüber Frauen die wir ertragen, denn mit seiner Politik und Strategien, durchgesetzt mit militärischem Terror gegen die Bevölkerung, bereichert ausschließlich die Unternehmen und das Kapital zum Schaden unserer Leben.
  • Weder akzeptieren wir, noch würdigen wir die Strukturreformen, ebenso die Freihandelsabkommen, die Mexiko an ausländische Unternehmen ausliefern und ungerechte Gesetze und Legalisierung der Ausplünderung, Gewalt und Straflosigkeit, erzeugt haben, deshalb widersprechen wir der ausgerufenen Strukturlandreform, die das Gemeingut und das Ejido, das heißt, das soziale Eigentum, verschwinden lassen.
  • Wir erklären vor der Welt, dass wir in Chiapas weiterhin den Krieg leben, den der Staat implementiert hat, nicht nur gegen die Zapatistas, sondern gegen alle indigenen Völker, arme Menschen, Frauen und alle die wir uns wagen gegen das wilde und machistische Regime, das uns bezwingt, zu kämpfen.
  • Wir erklären, dass diese Politik versucht die Gewalt des Staates mit Spaltung, Kooptierung und Terror zu verheimlichen, die sie gegen unsere Gemeinden und Völker ausüben, vorgebend, dass es die Schuld interner Konflikte innerhalb der Bevölkerung sei und dass die Gewalt gegen Frauen, Feminizide und Vergewaltigung eingeschlossen, von ihrem „schlechten“ Verhalten kommt, von ihrer Ungehorsamkeit und Übertretung der „guten Gebräuche“.
  • Wir verlangen das lebendige Erscheinen tausender Verschwundener, durch die Regierung in Komplizenschaft mit dem organisierten Verbrechen, dass uns zum Schweigen bringt, uns einschüchtert und mit uns wie mit Objekten handelt, insbesondere gegenüber Oppositionellen, Migrant*innen und Familien die sie suchen und Gerechtigkeit fordern.
  • Wir verurteilen die Gesetze die uns Frauen unserer Körper berauben, der unser Territorium ist, die versuchen machistische und erniedrigende Gesetze und Formen der Kontrolle aufzuerlegen, um uns ausschließlich im Sinne der Reproduktion und einer einzigen Form der Sexualität zu halten.

Deshalb erklären wir vor der Welt, dass wir gemeinsam unseren politischen Kampf verstärken und nicht aufhören werden bis die Autoritäten zum Wohle des Volkes regieren, was das oberste Mandat und Triumph unserer historischen Kämpfe ist und, dass die Repression, bis die Gewalt und Straflosigkeit enden, die den Terrorismus des Staates darstellen, in dem Chiapas und das ganze Land leben, und bis Frauen in Frieden leben können, und alle indigenen Völker und nicht indigenen ihre Rechte mit Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit ausüben können.

Die Organisationen und Personen, die dieses Kommuniqué unterzeichnet haben, haben die ungebrochene Hoffnung, dass sich durch unsere Kämpfe die Situation der Gewalt weder ausweitet noch intensiviert. Deshalb erheben wir Frauen und Männer unsere Stimme und rufen alle Völker Mexikos und der Welt auf den kapitalistischen, neoliberalen, heterosexuellen, rassistischen Staat zu zerschlagen und eine andere Welt des Friedens mit Gerechtigkeit und Würde zur erschaffen, in der wir alle Platz finden.

Wir wollen uns lebendig!
Nicht eine Minute der Stille mehr für die Toten!
Auf dass unsere Stimme gegen den Terror des Staates gehört werde!
Keine Gewalt mehr gegen Frauen!
Schluss mit den Feminiziden, Gerechtigkeit für alle Frauen!
Tod dem kriminellen, ausbeuterischen, genoziden System!
Das Land gehört denen, die es bearbeiten!
Schluss mit der Ausplünderung und der Privatisierung unserer Territorien!
Respekt für unsere Souveränität und unsere Territorien!

CENTRO DE DERECHOS DE LA MUJER DE CHIAPAS, A.C.
CAMPAÑA CONTRA LA VIOLENCIA A LAS MUJERES Y EL FEMINICIDIO
PRIMER CONGRESO FEMINISTA DE CHIAPAS
MOVIMIENTO EN DEFENSA DE LA VIDA Y EL TERRITORIO.

San Cristóbal de Las Casas, Chiapas, 25. November 2016
INTERNATIONALER TAG ZUR BEENDIGUNG DER GEWALT GEGEN FRAUEN

Verlesung der gemeinsamen Erklärung in San Cristobal de Las Casas, Chiapas

Die Erklärung im Original auf der Homepage des Centro de Derechos de la Mujer de Chiapas